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	<title>Salam  Plan</title>
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	<description>Journalismus gegen Hass</description>
	<lastBuildDate>Fri, 11 Mar 2022 21:19:31 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Salam  Plan</title>
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		<title>Die Liebeskraft eines ukrainisch-syrischen Paares in Deutschland</title>
		<link>https://salamplan.com/de/fluechtlinge/die-liebeskraft-eines-ukrainisch-syrischen-paares-in-deutschland/20220311</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Maria Torrens]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Mar 2022 16:13:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Alternative für Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Anas Modamani]]></category>
		<category><![CDATA[Angela Merkel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der fast identische Klang ihrer Namen, ruft die Fantasie hervor, sie wären vielleicht schon dazu bestimmt zusammen zu kommen. Anas ist der junge Mann aus Syrien, der 2015 in Deutschland als Asylbewerber angekommen ist und gleich ein Selfie mit Angela Merkel gemacht hat, obwohl er damals nicht einmal wusste wer diese Dame war, die von Leuten umringt war als wäre sie ein Superstar. Anna ist eine junge Frau aus der Ukraine, die 2019 im selben Land angekommen ist, um weiter zu studieren, und die -bis vor kurzem- noch jede drei Monate nach Kiev zurückflog um ihre Familie und Freunde zu besuchen. Er ist jetzt 24 Jahre alt und arbeitet bei einer Produktionsfirma während er sein Wirtschaftskommunikationsstudium beendet. Sie ist 28...</p>
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<p>Der fast identische Klang ihrer Namen, ruft die Fantasie hervor, sie wären vielleicht schon dazu bestimmt zusammen zu kommen. Anas ist der junge Mann aus Syrien, der 2015 in <strong>Deutschland </strong>als Asylbewerber angekommen ist und gleich ein <a rel="noreferrer noopener" href="https://salamplan.com/de/fluechtlinge/der-syrische-fluechtling-mit-merkel-selfie-man-muss-mehr-die-grenzen-kontrollieren/20171001" target="_blank"><strong><em>Selfie</em> mit</strong> <strong>Angela Merkel</strong></a> gemacht hat, obwohl er damals nicht einmal wusste wer diese Dame war, die von Leuten umringt war als wäre sie ein Superstar. Anna ist eine junge Frau aus der Ukraine, die 2019 im selben Land angekommen ist, um weiter zu studieren, und die -bis vor kurzem- noch jede drei Monate nach <strong>Kiev </strong>zurückflog um ihre Familie und Freunde zu besuchen.</p>



<span id="more-7028"></span>



<p>Er ist jetzt 24 Jahre alt und arbeitet bei einer Produktionsfirma während er sein Wirtschaftskommunikationsstudium beendet. Sie ist 28 Jahre alt und es fehlt ihr kaum ein Monat um ihre Magisterarbeit in Maschinenbau abzugeben. Sie reden abends mit <a href="https://salamplan.com/de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Salam Plan</a> per Videoanruf. Sie lächeln während sie es sich auf dem Sofa in ihrer kleinen Berliner Wohnung gemütlich machen. Anna hat ein Moment ihr Computer und Lernmaterial zur Seite gelegt, um ihre Geschichte zu teilen.</p>



<p>Nur ein paar Tage bevor die russische Invasion der ganzen Ukraine anfing, hat Annas Mutter noch einen der letzten Flüge nehmen können, die sie von der Haupstadt ihres Landes bis <strong>Berlin </strong>brachte. Dort warteten ihre Tochter und Anas auf sie. „Alle haben darüber gesprochen, dass vielleicht Krieg kommt. Und wir haben gelernt, dass die Lage sich sehr dramatisch ändern kann. Zum Glück ist Mama zwei oder drei Tage vor dem Krieg gekommen“, erklärt Anna erleichtert.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-large"><p>„Ich versuche nützlich zu sein. Ich kenne die Regeln hier in Deutschland und kann Deutsch. Es freut mich, dass ich helfen kann“</p><cite>Anna, Studentin aus der Ukraine in Berlin</cite></blockquote>



<p>Diese Studentin ist schon ein paar Mal zum Hauptbahnhof gegangen, wo die Flüchtlinge aus der Ukraine ankommen. Es tröstet sie, als <strong>Übersetzungsvolontärin </strong>behilflich sein zu können, eine der meistbnachgefragten Aushilfen, die diese Tage beim ersten Empfang in der Hauptstadt benötigt werden. „Ich versuche nützlich zu sein. Ich kenne die Regeln hier in Deutschland und kann Deutsch. Es freut mich, dass ich helfen kann“, gibt sie mit einem Lächeln zu. Sie plant auch zur Ankunftsstelle zu gehen, um dort zu helfen. „Mein Land braucht mich, und ich helfe so wie ich kann“.</p>



<p>Sie erzählt, dass die Mutter einer ukrainischen Freundin, die vor ein paar Tagen in Deutschland angekommen ist, lauter blaue Flecken auf ihrem Körper hat. Die seien wegen der Menschenaufläufe an den Zugängen der Grenze entstanden. Ein Freund, der in <strong>Kiev </strong>ist, tut sein Bestes, um den dort verbliebenen Tieren Futter zu bringen und anderswo, zusammen mit anderen Leuten, zu helfen.</p>



<p>Dort ist die Verbindung noch gut, aber Anna kann kaum mit ihren Verwandten, in den kleinen Städten nördlich der Hauptstadt, Kontakt halten. „<strong>Viele Verwandte sitzen jetzt einfach im Keller, jeden Tag, und jede Nacht.</strong> Sie haben Probleme mit der Elektrizität. Manchmal haben sie die Möglichkeit ihr Akku zu laden, manchmal nicht. Sie gehen kaum raus. Deswegen, wenn es solche Gespräche gibt, sind sie sehr knapp.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-large"><p>„Mit dem Krieg so in der Nähe von uns, habe ich schon Angst. Anna war Studentin und jetzt ist sie Flüchtling“</p><cite>Anas, Student und Arbeiter aus Syrien, der als Flüchtling in Deutschland ankam</cite></blockquote>



<p>Ihr Partner, Anas, hört aufmerksam zu. Er sagt, es ginge ihm genauso wie ihr. „Mit dem Krieg so in der Nähe von uns, habe ich schon Angst“. Er betrachtet die Szenen von Menschen, die fliehen um ihr Leben zu retten, und er weiss, dass es „natürlich nicht so einfach“ ist. „Man verliert alles. Man hat ja die Wohnung verlassen, man hat die wichtigsten Sachen mitgenommen, um schnell zu fliehen. <strong>Das ist echt hart. Stell dir mal vor, jemand hat gerade seine Wohnung gebaut, oder eine gute Arbeit&#8230; und auf einmal, zacka, ist das weg.</strong>“ Er weiß Bescheid. Aber Anas will lieber nicht darüber reden.</p>



<p>Anna hat niemandem verloren, im Moment. Aber es ist ihr klar, dass sie nicht zurück in ihr Land kann. Sie hat nicht nur ihre Wohnung und ihr Auto verloren, sondern ihr Leben dort. „In einem Monat muss ich meine Magisterarbeit abgeben. Ich wollte danach denken, was ich weiter mache: entweder ich suche nach Arbeit hier oder komme in die <strong>Ukraine</strong>. Das war nicht klar.“ Jetzt kommt es nicht in Frage.</p>



<p>„Sie war Studentin und jetzt ist sie Flüchtling, weil sie nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren kann“, deutet Anas an. Dieser junge Syrer, der kaum volljährig war als er in Deutschland ankam nachdem er vom heute noch andauernden Krieg in seinem Heimatland geflüchtet war, hätte nie gedacht, dass er jetzt mit seiner Freundin das Erlebnis eines Krieges auf eigener Haut teilen würde. „Es ist gar nicht einfach“, gibt er zu.</p>



<h2 class="has-text-color" style="color:#027315">Liebe auf den ersten Blick in einer <em>Uniparty</em></h2>



<p>Sie haben sich, wie soviele andere Paare, in einer Studentenparty kennengelernt. Es war vor ein Paar Jahren, kurz nachdem Anna von Kiev angekommen war. Die Universität an der beide studieren, hat damals eine Feier für die internationale Studenten organisiert, damit sie sich kennenlernen konnten.</p>



<p>„Wir haben uns so kennengelernt, wie einfach normale Studenten“, erinnert sich Anna mit einem breiten Lächeln im Gesicht. „Ja, das ist alles so gut gelaufen“, bestätigt Anas.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-large"><p>„Ich mag, dass Anas sehr offen und freundlich ist. Ich denke nie, &#8218;wie langweilig ist das&#8216;.</p><cite>Anna</cite></blockquote>



<p>Anna ist bald zu seiner Wohnung umgezogen. Und alles scheint sehr einfach gelaufen zu sein. Sie geniessen es zusammen zum Fitnessstudio zu gehen, joggen&#8230; und sie teilen viele Lernstunden zusammen in der Bibliothek. Aber was sie am besten mögen, ist dass sie sich gut verstehen. Und man merkt es ihnen an.</p>



<p>„Ich mag, dass Anas sehr, sehr offen und freundlich ist. Man kann sich immer mit ihm wohl fühlen beim Gespräch, er findet immer interessante Themen. Ich denke nie, &#8218;wie langweilig ist das&#8216;. Es ist immer eine spannende Zeit mit ihm“, beschreibt Anna. „<strong>Wir kommen aus unterschiedlichen Kulturen, aber man merkt das nicht. Er macht mich glücklich</strong>.“</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-large"><p>„Mir war wichtig, dass sie mit mir offen ist. Ich habe mich einfach wohl gefühlt“</p><cite>Anas</cite></blockquote>



<p>„Ich habe mir kein Gedanke darüber gemacht, welche Nationalität sie hat, welche Religion&#8230; hat keine grosse Rolle gespielt. Mir war wichtig, dass sie mit mir offen ist, dass sie mit mir offen spricht. Ich habe mich einfach wohl gefühlt“, erklärt Anas. Gerade das, mag er von Anna am liebsten, dass sie „eine offene Person“ ist.</p>



<p>Er mag auch besonders wie geduldig Anna ist, „manchmal auch nicht“, fügt er anscheinend ernst hinzu während Anna neben ihm lächelt. „Sie hört zu. Sie unterstützt mich, wenn ich mich schlecht fühle, und gibt mir Tipps. Sie hat Erfahrung, die ich in meinem Leben nicht habe; und ich habe Erfahrung, die sie nicht hat“, erzählt er weiter. Sie nickt. „Der Austausch zwischen uns klappt immer gut.“</p>



<h2 class="has-text-color" style="color:#027315">Beihilfe um den Schmerz des Krieges die Stirn zu bieten</h2>



<p>Es ist schon mehr als sechs Jahre her seitdem Anas aus seinem Land ankam und sein Gesicht weltweit bekannt wurde, nach dem <em>Selfie</em> mit der Kanzlerin des europäischen Landes, das in einem Jahr alle Flüchtlinge annahm die ankamen, meistens Landsleute von Anas. Es waren ungefähr eine Million Personen.</p>



<p>Jetzt, mit dem vorlaufenden Krieg in der Ukraine, der im ganzen Land vor zwei Wochen ausbrach, sind es schon zwei Millionen Flüchtlinge in Ländern der Europäischen Union, dank der Politik der offenen Tür, zu der sich die 27 Mitgliedsstaaten zum ersten Mal entschieden haben. &nbsp;</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-large"><p>„Wir haben uns in Deutschland kennengelernt. Das ist doch kein Zufall, weil die Leute aus unterschiedliche Kulturen sich hier wohl fühlen“</p><cite>Anna</cite></blockquote>



<p>„Früher war ja alles so schwierig“, bedenkt Anas über seinem Anfang in Deutschland. Jetzt fühlt er sich seinem Aufnahmeland an verpflichtet, und sowohl er als auch Anna schauen mit Hoffnung in die Zukunft.</p>



<p>„Wir haben uns in Deutschland kennengelernt. Das ist doch kein Zufall, weil die Leute aus unterschiedliche Kulturen sich wohl fühlen in Deutschland“, meint Anna. „Deutsche Leute sind sehr bereit auch andere Kulturen zu akzeptieren. Jeder kann sich sehr gut fühlen. Ich will auch mitmachen.“</p>



<p>Die rechtsextreme Partei <strong>Alternative für Deutschland</strong> hat einen relevanten Platz in der deutschen Politik gerade im Kontext der Flüchtlingsaufnahme in 2015 erreicht, <a href="https://salamplan.com/de/fluechtlinge/der-syrische-fluechtling-mit-merkel-selfie-man-muss-mehr-die-grenzen-kontrollieren/20171001" target="_blank" rel="noreferrer noopener">als Anas ankam</a>. Aber Anna und Anas erwähnen sie gar nicht in diesem Interview.</p>



<p>Sie fühlen sich angenommen und Teil der Gesellschaft ihrer neuen Stadt. Sie zeigen sich bereit ihr Bestes zu tuen. Währenddessen, nehmen sie die Kriege in ihrer geliebten Ukraine und Syrien in Angriff so gut sie können, und zwar zusammen.</p>



<p class="has-text-color" style="color:#027315"><strong>Es könnte ihnen auch interessieren:</strong></p>



<ul><li><a href="https://salamplan.com/de/wie-du/ein-imam-und-eine-judische-theologin-vom-mehrreligionenhaus-das-berlin-revolutioniert-dem-anderen-zuzuhoren-ist-ein-wesentlicher-bestandteil-fur-ein-friedliches-miteinander/20210527" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ein Imam und eine jüdische Theologin vom Mehrreligionenhaus das Berlin revolutioniert: „Dem Anderen zuzuhören ist ein wesentlicher Bestandteil für ein friedliches Miteinander“</a></li><li><a href="https://salamplan.com/de/islamfeindlichkeit/47-der-muslime-in-deutschland-sind-deutsche/20210429" target="_blank" rel="noreferrer noopener">47% der Muslime in Deutschland sind Deutsche</a></li><li><a href="https://salamplan.com/de/islamfeindlichkeit/die-imamin-die-eine-moschee-in-berlin-gruendete-und-unter-morddrohungen-lebt-seyran-ates-ibn-rushd-goethe/20190527" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Die Imamin die eine Moschee in Berlin gründete und unter Morddrohungen lebt</a></li></ul>



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			</item>
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		<title>Ein Imam und eine jüdische Theologin vom Mehrreligionenhaus das Berlin revolutioniert: „Dem Anderen zuzuhören ist ein wesentlicher Bestandteil für ein friedliches Miteinander“</title>
		<link>https://salamplan.com/de/wie-du/ein-imam-und-eine-judische-theologin-vom-mehrreligionenhaus-das-berlin-revolutioniert-dem-anderen-zuzuhoren-ist-ein-wesentlicher-bestandteil-fur-ein-friedliches-miteinander/20210527</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Maria Torrens]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 May 2021 07:31:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wie Du]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Esther Hirsch strahlt über das ganze Gesicht. Osman Örs vemittelt eine friedliche Ruhe. Sie ist Jüdin, er ist Muslim. Sie sind seit Jahren Arbeitskollegen in einem aussergewöhnlichen Friedensprojekt in Berlin: dem Bau eines Mehrreligionenhaus für die Begegnung unddas Einanderkennenlernen zwischen Personen verschiedener Weltanschaungen, auch nicht Gläubige. Osman Örs ist Imam und theologischer Referent des House of One, das Haus des Einen. Esther Hirsch, ist die jüdische theologische Referentin des Projektes, der diesen Donnerstag die Grundsteinlegung erlebt. Es erfüllt sich endlich der Traum der vor mehr als zehn Jahren im Kopf eines evangelischen Priesters namens Gregor Hohberg begann. Bundespräsident Wolfgang Schäuble und Berlin Bürgermeister Michael Müller sind zur speziellen Angelegenheit auch mit dabei. Jahrelang arbeiten schon christliche, muslimische und jüdische Menschen...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Esther Hirsch strahlt über das ganze Gesicht. Osman Örs vemittelt eine friedliche Ruhe. Sie ist Jüdin, er ist Muslim. Sie sind seit Jahren Arbeitskollegen in einem aussergewöhnlichen Friedensprojekt in <strong>Berlin</strong>: dem Bau eines Mehrreligionenhaus für die Begegnung unddas Einanderkennenlernen zwischen Personen verschiedener Weltanschaungen, auch nicht Gläubige.</p>



<span id="more-6783"></span>



<p><strong>Osman Örs</strong> ist Imam und theologischer Referent des <a href="https://salamplan.com/de/wie-du/drei-religionen-eine-gemeinde-auch-offen-fuer-atheisten-das-ist-die-naechste-revolution-in-berlin-house-of-one/20190518" target="_blank" rel="noreferrer noopener">House of One</a>, das Haus des Einen. <strong>Esther Hirsch</strong>, ist die jüdische theologische Referentin des Projektes, der diesen Donnerstag die Grundsteinlegung erlebt. Es erfüllt sich endlich der Traum der vor mehr als zehn Jahren im Kopf eines evangelischen Priesters namens <strong>Gregor Hohberg</strong> begann. Bundespräsident Wolfgang Schäuble und Berlin Bürgermeister Michael Müller sind zur speziellen Angelegenheit auch mit dabei.</p>



<p>Jahrelang arbeiten schon christliche, muslimische und jüdische Menschen zusammen in einem Projekt, der der Begegnung unter Menschen verschiedener Glauben dienen soll. <strong>Zuhören und „dem Anderen Raum zu schenken“</strong> sind der Schlüssel zum echten Kennenlernen, meinen sowohl Örs als auch Hirsch. Es ist auch der nötige Schritt um ein „friedliches Miteinander“ aufzubauen, wie der Imam es formuliert.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-large"><p>House of One wird ein Mehrreligionenhaus im Zentrum Berlins sein, mit einer Kirche, einer Synagoge und einer Moschee plus einen vierten Raum zur Begegnung, der grösste und im Mittelpunkt des Baus</p></blockquote>



<p>Man hört die Glocken der Kirche neben Esther Hirschs Wohnung, als sie Örs im Dialog per Videoanruf für dieses Interview mit <a href="http://salamplan.com/de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Salam Plan</a> trifft. Sie erzählt wie bereichernd sie es findet, die Stimmung der Gebete und Räumlichkeiten von den anderen Religionen als Gast mitzuerleben.</p>



<p>Das <a href="https://house-of-one.org/de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">House of One</a> wird auf dem Petriplatz <strong>in der Nähe vom Roten Rathaus</strong> in den nächsten 4 bis 6 Jahren erbaut werden. Ein Mehrreligionenhaus, mit einer Kirche, einer Synagoge und einer Moschee plus einen vierten Raum zur Begegnung, der grösste und im Mittelpunkt des Baus. Alle unter einem selben Dach, in dem sich <strong>Muslime, Christen und Juden</strong> treffen und zusammenfeiern können, aber auch Platz haben werden um ihre eigene Gebete und Rituale durchzuführen. Ein Haus, <strong>wo auch andere Besucher willkommen heissen werden</strong>, seien sie gläubig oder nicht. Es geht darum sich kennenzulernen und zu teilen, um dadurch einen „konstruktiven Dialog“ und Zusammenleben miteinander aufbauen zu können.</p>



<p>Osman Örs und Esther Hirsch sind glücklich und aufgeregt endlich, nach mehr als zehn Jahren seitdem Gregor Hohberg auf die Idee kam, etwas „greifbares“ zu haben. <strong>„Zusammen, nebeneinander beten, in einem Haus füreinander da sein, und doch jeder in seiner eigenen Traditionen“</strong>, so beschreibt Hirsch den Traum dieses Projektes. </p>



<figure class="wp-block-gallery columns-1 is-cropped"><ul class="blocks-gallery-grid"><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" width="1024" height="683" src="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2021/05/House-of-One-Kuehn-Malvezzi-House-of-One-Modellfoto-©-Michel-Koczy-Stiftung-House-of-One-1024x683.jpg" alt="" data-id="6787" data-full-url="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2021/05/House-of-One-Kuehn-Malvezzi-House-of-One-Modellfoto-©-Michel-Koczy-Stiftung-House-of-One-scaled.jpg" data-link="https://salamplan.com/?attachment_id=6787" class="wp-image-6787" srcset="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2021/05/House-of-One-Kuehn-Malvezzi-House-of-One-Modellfoto-©-Michel-Koczy-Stiftung-House-of-One-1024x683.jpg 1024w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2021/05/House-of-One-Kuehn-Malvezzi-House-of-One-Modellfoto-©-Michel-Koczy-Stiftung-House-of-One-300x200.jpg 300w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2021/05/House-of-One-Kuehn-Malvezzi-House-of-One-Modellfoto-©-Michel-Koczy-Stiftung-House-of-One-768x512.jpg 768w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2021/05/House-of-One-Kuehn-Malvezzi-House-of-One-Modellfoto-©-Michel-Koczy-Stiftung-House-of-One-1536x1024.jpg 1536w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2021/05/House-of-One-Kuehn-Malvezzi-House-of-One-Modellfoto-©-Michel-Koczy-Stiftung-House-of-One-2048x1365.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="blocks-gallery-item__caption"> House of OneHouse of One Projekt © Michel Koczy/ House of One</figcaption></figure></li></ul></figure>



<p><strong>Nach mehr als zehn Jahren beginnt der Bau des House of One endlich an. Was gefällt ihnen am Besten von diesem Friedensprojekt?</strong></p>



<p><strong>EH</strong>: Es ist ein Platz für Juden, Christen und Muslime, in dem jeder ein Raum haben wird. Aber wir haben ja vier Räume, das ist auch was uns so besonders macht und was unserem Gedanken und spirituellen Raum so erweitert. (So dass,) der vierte Raum nicht nur der Begegnung dient, sondern auch der Raum für die Gesellschaft, für andere Religionen, für -ganz wichtig- nicht religiöse Menschen ist, also dieser mittlerer Raum, der auch der grösste sein wird. Dass das unser Zentrum ist, dass das wirklich wie die Welt, wie die Gesellschaft ist. Da können wir uns Treffen und sind auf Augenhöhe, niemand steht über dem Anderen. Wir sind wirklich dort zu gleichen Teilen. In der Gesellschaft sind wir doch nicht zu gleichen Teilen vorhanden, prozentual, aber das ist ein Raum in dem jeder gleich viel zählt.</p>



<p>Es ist wirklich dieses Kennenlernen. Ich kann sehr viel lesen, ich kann auch an Meetings teilnehmen und es wird nie das Gleiche sein. Da kommen wir zurück auf das wirkliche Haus, warum ist es wichtig ein Haus zu haben: weil wir uns in der Realität kennenlernen müssen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-large"><p>„Ein Begegnusraum für alle Religionen und nicht religiöse Menschen ist unser Zentrum. Da können wir uns Treffen und sind auf Augenhöhe, niemand steht über dem Anderen“</p><cite>Esther Hirsch, jüdische theologische Referentin des House of One</cite></blockquote>



<p><strong>OÖ:</strong> Mir gefällt es am Besten, dass ich im selben Haus tatsächlich Menschen jüdischen Glaubens, als auch christlichen Glaubens habe, und auch Menschen anderer Weltanschaungen haben werde. Dass wir tatsächlich so nah beieinander sein können, und gleichzeitig aber auch unseren eigenen Faden treu sein können und voneinander lernen können, in unmittelbarer Nachbarschaft.</p>



<p>Ich freue mich insbesondere auf die Erfahrungen die uns dann erwarten wenn das Haus steht. Wenn dann die religiöse Feiern und Gebete und Gottesdienste in seiner eigenen Tradition in den Räumen stattfinden und sich Menschen in dem ein-aus treffen werden und was uns da erwartet, das finde ich ganz spannend.</p>



<p><strong>EH</strong>: Ja, dann lade ich dich da zum Kaffeetrinken ein [sie lacht].</p>



<p><strong>OÖ</strong>: Ja, eben. Gern [er lächelt zurück].</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-large"><p>„Als Muslim, weiss man, dass Judentum und Christentum als Buchreligionen auch im Islam erwähnt werden. Aber es ist ein sehr oberflächliches Wissen. Dass man sich ein tiefgründiges Wissen aneignen kann, das ist sehr, sehr bereichernd“.</p><cite>Osman Örs, Imam und theologischer Referent des House of One</cite></blockquote>



<p><strong>Was hat ihnen in all diesen Jahren Zusammenarbeit von den anderen Religionen überrascht? Und was haben sie gelernt?</strong></p>



<p><strong>OÖ:</strong> Überrascht bin ich eigentlich immer wieder wenn ich etwas näher im Detail erfahre, über die jüdische Glaubenswelt, und auch über die christliche Glaubenswelt. Denn, man weiss natürlich als Muslim, dass Judentum und Christentum als Buchreligionen auch im Islam erwähnt werden und auch diese Traditionen für uns auch an <a href="https://salamplan.com/en/islam-qa/jesus-in-the-quran-muslims-also-believe-he-was-sent-by-god-and-celebrate-he-was-born/20181224" target="_blank" rel="noreferrer noopener">besonderen Stellen</a> Wert haben, die wir schätzen. Aber gleichzeitig wissen wir, oder ich weiss relativ wenig darüber, es ist ein sehr oberflächliches Wissen. Dass man sich ein tiefgründiges Wissen aneignen kann, das ist sehr, sehr bereichernd.</p>



<p><strong>Können sie sich an eine Situation in diesen Jahren Zusammenarbeit erinnern wo sie dachten: ‚Oh, das wusste ich nicht‘ oder ‚Das mag ich besonders‘?</strong></p>



<p><strong>EH</strong>: Ich habe davon unglaublich viele Erlebnisse gehabt. Zum Beispiel, als wir uns sowohl mit Hinduisten als auch mit Buddisten unterhalten haben. Natürlich glaubt man diese Religionen zu kennen, man liest es in Zeitungen, ich habe buddistische Freunde&#8230; In dem Augenblick wo wir uns auseinandergesetzt haben, wir haben sie zu einem Gesprächsabend eingeladen, wir haben uns ganz viel angehört und ich habe gemerkt, dass ich gar keine Ahnung von ihrer Religion hatte. Was sie bewegt dort zu sein, wie sie denken, die Geschichte ihrer Religion&#8230; von Allem, nichts. Das ist so, wie Osman eben gesagt hat, so oberflächlich&#8230; Und das ist noch so nachvollziehbar, weil das sind ja Religionen noch weniger gibt hier in unserer Geselllschaft als Juden, aber das sind auch die die man glaubt so gut zu kennen.</p>



<p>Ich überrasche mich da immer selber, dass ich Dinge höre, aus dem Islam oder Christentum, von denen ich nicht die geringste Ahnung hatte. Ich war [letzten Sonntag als Gast] im Pfingstgottesdienst und Imam Kadir Sanci [einer der Initiatoren des House of One] hat aus dem Koran gelesen, und ich dachte: „Das ist meine Geschichte“. Er hat vom Auszug des Volkes Israel aus Ägypten aus dem Koran erzählt, und das war so geschrieben, dass das hätte bei uns sein können. Dass der Koran von so vielen Völkern Geschichten wiedergibt, die mir völlig vertraut sind, das gibt einen völlig anderen Zugang zu einer anderen Religion. Da weiss ich: „Die kennen mich ja“ (sie lächelt). Das ist doch unglaublich. Das habe ich nicht gewusst, dass es wirklich so genau geschrieben steht wie ich es auch kenne.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-large"><p>„Ich überrasche mich da immer selber, dass ich Dinge höre, aus dem Islam oder Christentum, von denen ich nicht die geringste Ahnung hatte. Ich war im Gottesdienst zu Gast und es wurde aus dem Koran gelesen, vom Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Das war so geschrieben, dass das hätte bei uns sein können“</p><cite>Esther Hirsch</cite></blockquote>



<p><strong>OÖ</strong>: Was mich immer besonders überrascht, ist wenn ich einen jüdischen Gottesdienst mal horche, dabei bin als Gast, und dann über die jeweilige Texte schaue und dann erkennt man tatsächlich wie sehr eben die Gottesvorstellung, die Gotteswahrnehmung als auch der Lobpreis Gottes&#8230; wie sehr sich da Dinge tatsächlich überschneiden, es Parallelen gibt, Gemeinsamkeiten. Auch wenn Gott jetzt als Name, zum Beispiel, anders ausgesprochen wird, in der jüdischen Tradition, bei uns in der islamischen Tradition. Aber der Lobpreis gilt dem Einen, und die Ehre gilt dem Einen. Ich finde es ganz bereichernd wirklich zu sehen wie das auch ausgedrückt wird in der jüdischen Tradition. Dieser Ausdruck könnte genauso gut aus der islamischen Tradition kommen, könnte auch in meinem Gottesdienst quasi stattfinden und er würde seine Berechtigung haben.</p>



<p><strong>Sie weisen beiden auf das Zuhören hin. Fehlt das vielleicht normalerweise in unserer Gesellschaft?</strong></p>



<p><strong>EH:</strong> Absolut. Und ich muss sagen, ich muss mich gleich miteingemeinden. Ich bin in vielen Teilen meines Lebens völlig ignorant durch die Welt gelaufen. Das Tolle ist wenn man irgendwann die Erkenntnis hat und merkt, dass man viele Dinge verpasst hat. Dass man immer wieder an sich arbeitet und merkt wie schnell man ein Vorurteil gefasst hat. Das muss gar nicht so negativ sein, sondern ein Vorurteil, dass ich glaube den Anderen zu kennen, sein Gebet zu kennen, seine Welt zu kennen, obwohl ich mich gar nicht intensiv damit beschäftigt habe. Dass man immer wieder bereit ist diesen Schritt zu tun, die Welt des Anderen sich zuzuhören. Ob man es gut findet oder nicht, das bleibt einem immernoch überlassen. Aber das auf einfach schon mal auf sich wirken zu lassen, und das so neben sich zu stellen. Ich muss es nicht annehmen, aber akzeptieren dass es da ist.</p>



<p><strong>OÖ:</strong> Ich glaube auch, das Zuhören ist ein wesentlicher Bestandteil für ein friedliches Miteinander. Das gehört zu einem konstruktivem Dialog, das man einander zuhört, einander sieht und sich begegnet, und sich unser Wissen darauf gründet. Und nicht einfach leere Informationen oder Informationsschnipsel sind mit denen sich unsere Bilder dann in den Köpfen festigen.</p>



<p>Man kann nicht das eigene Bild über dem Anderen einfach dadurch bilden in dem man ganz oberflächlich sich Informationen aneignet. Da ruhen auch normalerweise gewisse Vorurteile oder verzerrte Bilder in unseren Köpfen, und ich glaube die kann man nur tatsächlich zerbrechen in dem man dem Anderen zuhört, das man in Gespräch kommt und man auch der Stimme des Anderen Raum gibt. Das ist entscheidend. Die Architektur des House of One spiegelt das auch wieder. Letztenendes, gilt es da den Raum dem Anderen zu geben. Und zu diesem Raumgeben gehört aber auch Gehör schenken, aneinander sehen, nicht <em>übersehen</em>. Nicht von oben oder auch nicht herabblickend, sondern auf Augenhöhe begegnen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-large"><p>„Wir sollten nicht einen blinden Hass folgen, oder aus Hass quasi blind werden vor dem Menschen der uns gegenüber steht“</p><cite>Osman Örs</cite></blockquote>



<p><strong>Die Grundsteinlegung vom House of One kommt gerade nachdem der Nahost Konflikt erneut aufflammte, was in Europa gleichzeitig zu <a href="https://salamplan.com/en/like-u/john-bell-former-mediator-in-the-israeli-palestinian-conflict-there-is-a-kind-of-hijack-of-religion/20210523" target="_blank" rel="noreferrer noopener">steigende antisemitische und antimuslimische Konfrontation</a> führte. Welche Botschaft würden sie gerne für ein friedliches Zusammenleben verschiedener Religionen vermitteln?</strong></p>



<p><strong>EH</strong>: Das ist schwierig das von da auf hier zu vermitteln, denn was mir ja auch so leidtut -abgesehn davon, dass ich keine Lösung des Nahostkonflikts parat habe-, wie sehr sich das hier auf unser Zusammenleben auswirkt. Es ist schön wenn die Menschen dazu eine Meinung haben und bereit sind ihre Meinung immer wieder zu ändern, wenn man neue Erkenntnisse hat, auch zu politischen Themen. Aber wenn wir das nicht unmittelbar hier auf uns übertragen würden&#8230;</p>



<p>Denn, wenn wir hier zusammen leben, als Juden, Muslime, Christen, und die vielen anderen Religionen und Sekularen, haben wir nicht die Probleme die sich im Nahostkonflikt abspielen. Wir sollten zuerst mal auf uns zukommen, und dann können wir uns gerne über die Probleme im nahen Osten unterhalten. Und da werden wir wahrscheinlich auch ganz verschiedene Meinungen haben, nicht nur Juden und Muslime, sondern innerhalb der Juden auch und innerhalb der Muslime auch. Aber dann kann man sich ein Problem nähern. Aber nicht das als unser Problem antizipieren, wir haben genug eigene. Nicht blind sein für die Anderen, aber trotzdem es nicht als unseres annehmen.</p>



<p><strong>OÖ</strong>: Wir sollten nicht einen blinden Hass folgen, oder aus Hass quasi blind werden vor dem Menschen der uns gegenüber steht. Wir alle tragen, egal wo wir leben, die Verantwortung für ein friedliches Miteinander. Und in erster Linie, wir Menschen die hier miteinander leben. Konflikte die ganz weit weg sind, hier herein zu tragen ist auch nicht wirklich ratsam. Erst Recht darf, meines Erachtens, nicht Hass daraus entstehen und Antisemitismus entstehen. Wenn wir ein Vorbild sein können hier vor Ort, dann kann dieses Vorbild des friedlichen Miteinanders auch woanders hinstrahlen, auch in den nahen Osten und überall hin.</p>



<p><em>Das Crowdfunding des House of One steht weiterhin <a href="https://house-of-one.org/de/spenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">offen</a>. Es werden noch 8 Millionen Euro benötigt um den Bau vervollständigen zu können.</em></p>



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		<title>47% der Muslime in Deutschland sind Deutsche</title>
		<link>https://salamplan.com/de/islamfeindlichkeit/47-der-muslime-in-deutschland-sind-deutsche/20210429</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Maria Torrens]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Apr 2021 11:20:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Islamfeindlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Islam Konferenz (DIK)]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Islamophobie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die debattierte „Integration“ der Muslime in Deutschland hängt kaum von der Religion ab, sonder eher von Faktoren wie die soziale Situation, so eine Studie vom Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. In Deutschland leben zwischen 5,3 und 5,6 Millionen muslimische Bürger, was etwa dem 6,5% der totalen Bevölkerung entspricht. 47% davon, sind Deutsche. Muslimische Religionsangehörige mit einem sogennanten „Migrationshintergrund“ aus der Türkei bilden mit 2,5 Millionen Personen weiterhin die größte Herkunftsgruppe, stellen mit einem Anteil von 45% aber nicht mehr die „absolute Mehrheit“. Dies habe sich mit der Ankunft von Flüchtlingen aus Ländern im Krieg, wie Syrien, um das Jahr 2015 herum geändert, nach den Angaben der Studie „Muslimisches Leben in Deutchland“ im Auftrag der Deutschen Islam Konferenz (DIK). Seit 2015,...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Die debattierte „Integration“ der Muslime in Deutschland hängt kaum von der Religion ab, sonder eher von Faktoren wie die soziale Situation, so eine Studie vom <strong>Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge</strong>.</p>



<span id="more-6675"></span>



<p>In Deutschland leben zwischen 5,3 und 5,6 Millionen muslimische Bürger, was etwa dem <strong>6,5% der totalen Bevölkerung</strong> entspricht. 47% davon, sind Deutsche.</p>



<p>Muslimische Religionsangehörige mit einem sogennanten <strong>„Migrationshintergrund“ aus der Türkei</strong> bilden mit 2,5 Millionen Personen weiterhin die größte Herkunftsgruppe, stellen mit einem Anteil von 45% aber nicht mehr die „absolute Mehrheit“. Dies habe sich mit der Ankunft von Flüchtlingen aus Ländern im Krieg, wie Syrien, um das Jahr 2015 herum geändert, nach den Angaben der Studie „Muslimisches Leben in Deutchland“ im Auftrag der <strong>Deutschen Islam Konferenz</strong> <strong>(DIK)</strong>. Seit 2015, ist die muslimische Bevölkerung um 900.000 Personen gestiegen, obwohl seit 2017 sich dies kaum verändert hat.</p>



<p>„Die Analysen zeigen zudem, dass der Einfluss der Religion auf die Integration häufig überschätzt wird. Aspekte wie die Aufenthaltsdauer, Migrationsgründe oder die soziale Lage prägen den Integrationsprozess in einem weitaus größeren Ausmaß als die Religionszugehörigkeit“,<em> </em>signalisierte <strong>Hans-Eckhard Sommer</strong>, Präsident des <strong>Bundesamts für Migration und Flüchtlinge</strong> <strong>(BAMF)</strong> während der Vostellung der Studie am Mittwoch.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-large"><p>„Der Einfluss der Religion auf die Integration häufig überschätzt wird. Aspekte wie die Aufenthaltsdauer, Migrationsgründe oder die soziale Lage prägen den Integrationsprozess in einem weitaus größeren Ausmaß“</p><cite>Hans-Eckhard Sommer, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge</cite></blockquote>



<p>Es wurden mehr als 4.500 Personen im Alter ab 16 Jahren befragt, sowohl Zugewanderte aus 23 verschiedenen muslimisch geprägten Herkunftsregionen als auch deren in Deutschland geborene Nachkommen. Die Anzahl an deutsche Muslime ohne den sogenannten „Migrationshintergrund“ sei so klein, dass sie statistisch in der Studie miteinzubeziehen nicht aussagekräftig gewesen wäre, hat die Forscherin <strong>Anja Stichs</strong> <a href="https://salamplan.com" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Salam Plan</a> erklärt.</p>



<p>Was der <strong>Sprache </strong>angeht, fühlen sich 70% der muslimische Bürger sicher oder sehr sicher mit ihren Kentnissen. Die Studie weist auch darauf hin, dass zwei Drittel deutsche Freunde haben; bei denen es nicht der Fall ist, wünschten sie es sich aber doch.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-large"><p>„Muslimische Religionsangehörige unterscheiden sich in denen von uns untersuchten Aspekten so gut wie überhaupt nicht von sonstigen Religionsangehörigen“</p><cite>Anja Stichs, Forscherin BAMF</cite></blockquote>



<p>Der Glauben wird im Alltag unterschiedlich erlebt: <strong>39% betet täglich, 25% betet nie</strong>. Andererseits, sind die Personen die zugewandert sind generell religiöser, egal ob muslimisch, christlich oder Angehörgiger anderer Religionen. 20% der Personen mit Migrationsgrund in den Ländern von muslimischer Mehrheit, folgen nicht dem Islam sondern einen anderen Glauben oder gar keinen.</p>



<p>Die Studie hat auch nach dem Kopftuch gefragt. <strong>„Ob ein Kopftuch getragen wird, hängt stark vom Alter ab”</strong>, so Stichs. 30% der muslimische Bürgerinnen tragen ihn. Am meisten, sind es die Frauen die älter als 66 sind. In dem Fall, tragen 62% von ihnen den Kopftuch. Zwischen dem Alter von 26 und 65 Jahren, tragen ihn etwa 41%. Ein 26% trägt den Kopftuch zwischen den 16. und 25. Lebensjahr. Was den Mädchen betrifft, trägt 0,9% von den kleineren als 10 Jahren den Kopftuch. 11,5% der Mädchen von 11 bis 15 Jahren tragen den Kopftuch.</p>



<p>Forscherin <strong>Anja Stichs</strong> stellte fest: „Muslimische Religionsangehörige unterscheiden sich in denen von uns untersuchten Aspekten so gut wie überhaupt nicht von sonstigen Religionsangehörigen aus den gleichen Herkunftsländern“.</p>



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		<title>Mitarbeiterin vom Dönerladen in Halle: „Der Täter hat nichts gesagt. Es war wahllos“</title>
		<link>https://salamplan.com/de/terrorismus/mitarbeiterin-vom-doenerladen-in-halle-der-taeter-hat-nichts-gesagt-war-wahllos/20191010</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Maria Torrens]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Oct 2019 09:59:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
		<category><![CDATA[Anschlag]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Ayman Mazyek]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Dönerladen]]></category>
		<category><![CDATA[Halle]]></category>
		<category><![CDATA[Horst Seehofer]]></category>
		<category><![CDATA[Synagoge]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralrat der Muslime in Deutschland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Mitarbeiterin vom angegriffenen Dönerbistro in Halle kam am Laden gerade an als der mutmasslicher Täter sich von der Polizei hinter seinem Auto versteckte. Sie erzählt Salam Plan wie er  kein Wort gesagt hat und findet keinen offensichtlichen Motiv. Er hat gezielt auf einen Stammkunden geschossen, hat aber verzichtet abzudrücken als er die Waffe zu einem Mitarbeiter gerichtet hat. Er war einer der beiden Opfer, nach dem Versuch in die naheliegenden Synagoge reinzugehen. &#62;&#62;&#62; Folgen Sie Salam Plan &#8211; &#8222;Journalismus gegen Hass&#8220; auf Twitter und Facebook . Mehr Inhalte auf Englisch und Spanisch&#60;&#60;&#60; Sie war nicht da als die Schüsse angefangen haben. Ein Mitarbeiter hat sie angerufen und sie ist dorthin mit dem Auto „gerast“, erzählt sie ein Tag danach...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Mitarbeiterin vom angegriffenen Dönerbistro in <strong>Halle</strong> kam am Laden gerade an als der mutmasslicher Täter sich von der Polizei hinter seinem Auto versteckte. Sie erzählt <a href="http://salamplan.com"><span style="color: #008000;">Salam Plan</span></a> wie er  kein Wort gesagt hat und findet keinen offensichtlichen Motiv. Er hat gezielt auf einen Stammkunden geschossen, hat aber verzichtet abzudrücken als er die Waffe zu einem Mitarbeiter gerichtet hat. Er war einer der beiden Opfer, nach dem Versuch in die naheliegenden Synagoge reinzugehen.<span id="more-4671"></span></p>
<h4 style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><em>&gt;&gt;&gt; Folgen Sie Salam Plan &#8211; &#8222;Journalismus gegen Hass&#8220; auf <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://twitter.com/SalamPlan">Twitter</a></span> und <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://www.facebook.com/SalamPlanCommunity">Facebook</a></span> . Mehr Inhalte auf Englisch und Spanisch&lt;&lt;&lt;</em></span></h4>
<p>Sie war nicht da als die Schüsse angefangen haben. Ein Mitarbeiter hat sie angerufen und sie ist dorthin mit dem Auto „gerast“, erzählt sie ein Tag danach am Telefon. Als sie parkte, versuchte der Täter gerade von der Polizei zu fliehen. <strong>„Ich war 15-20 Meter hinter ihm (&#8230;) Ich konnte da nichts machen. (&#8230;) Ich habe überlegt ob ich nicht Vollgas gebe und an ihm ziele. Den Gedanken habe ich aber dann verworfen“</strong>. Die Polizei war schon da und der Mann schoss gegen die Agenten.</p>
<p>Als der angebliche Mörder weggefahren war, von der Polizei gefolgt, ging sie in den Dönerbistro rein. Da hat sie die „Mitarbeiter vort Ort in den Arm genommen und getröstet“. <strong>Den verunglückten Kunden hat sie versucht zu helfen</strong>, „der Notruf war schon am Apparat“. Aber man konnte nichts mehr für ihn tun: er war schon tot, ein <strong>Stammkunde in seinen dreissigern</strong>, erzählt diese Mitarbeiterin, die lieber Anonym bleiben will. Sie schätzt der Krankenwagen ist erst nach 20 Minuten angekommen, die Polizei war nur einige Minuten früher bei ihnen im Geschäft.</p>
<p>Zum Glück hat die Fensterscheibe des Ladens ein doppeltes Glas, fügt sie dazu. „Ich wusste auch gar nicht womit wir es hier zu tun haben. Ich dachte erstmal, dass es irgendwie Stress gibt. Eigentlich ist normalerweise alles friedlich und dadurch, dass keiner von uns verletzt wurde, dachte ich: ‚Ok, es ist zielgerichtet auf diese Person‘“.</p>
<p>Erst später hat sie erfahren, dass der Täter versucht hatte mit Schüssen, Molotovcocktails und Granaten in die <strong>naheliegenden Synagoge</strong> einzutreten und dass er auch <strong>eine Frau neben dem jüdischen Friedhof getötet</strong> hatte.</p>
<p>Bundesinnenminister <strong>Horst Seehofer</strong> hat den Angriff, der mit einem Versuch in die naheliegenden Synagoge begann, als <strong>„zumindest antisemitisch“</strong> bezeichnet und die Generalstaatsanwaltschaft behandelt die Ermittlungen unter dem Verdacht eines <strong>rechtsextremen Motiv</strong>. Einige Augenzeugen behaupten der Täter, ein 27 jähriger Deutscher nach Medienangaben, hätte auch Hassaussagen gegen Juden gemacht. Der Vorsitzende des Zentralrat der Muslime in Deutschland, Ayman Mazyek, zeigte gestern seine „Solidarität mit unseren jüdischen Geschwistern“.</p>
<p>Ihre Mitarbeiter haben ihr erzählt, <strong>der Täter hätte auch „nichts gesagt“</strong> bevor sie ankam, obwohl sie darauf hinweist, dass es vielleicht auch mit der persönlichen Wahrnehmung war während sie unter Schock leideten. <strong>Der Angriff im Bistro passt für sie aber nicht ganz zur Beschreibung eines „antisemitischen“ oder rassistischen Amocklaufs</strong>: dem deutschen Opfer im Laden könnte man keine Konfession an äusserlichen Details erkennen können und ihre unverletzte Mitarbeiter seien „südlicher Abstammung“, erklärt sie. „Er hat auch eine Waffe meinem Mitarbeiter gehalten, er hat aber nicht abgedrückt (&#8230;). <strong>Es war einfach wahllos</strong>“.</p>
<p>Der Dönerbistro bleibt im Moment geschlossen, während die Ermittlungen weiterlaufen. Die Mitarbeiter wurden nicht verletzt, aber brauchen auch Zeit um sich vom Schock zu erholen.</p>
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		<title>Bombendrohungen gegen deutsche Moscheen</title>
		<link>https://salamplan.com/de/terrorismus/bombendrohungen-gegen-deutsche-moscheen/20190711</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Maria Torrens]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jul 2019 10:16:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
		<category><![CDATA[Bertelsmann Stiftung]]></category>
		<category><![CDATA[Hasskriminalität]]></category>
		<category><![CDATA[Islamfeindlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Köln]]></category>
		<category><![CDATA[Moschee]]></category>
		<category><![CDATA[München]]></category>
		<category><![CDATA[Muslime]]></category>
		<category><![CDATA[Yasemin El-Menouar]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralrat der Muslime in Deutschland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mindestens vier Moscheen haben in nur zwei Tagen Bombendrohungen per E-Mail erhalten. Alle Drohungen stellten sich als falsch heraus. Es ist nicht das erste Mal, und der Zentralrat der Muslime in Deutschland warnt, dies sei nur &#8222;die Spitze des Eisbergs&#8220;. &#62;&#62;&#62; Folgen Sie Salam Plan &#8211; &#8222;Journalismus gegen Hass&#8220; auf Twitter und Facebook ! Mehr Inhalte auf Englisch und Spanisch&#60;&#60;&#60; Die erste bekanntgemachte Bombendrohung ging am Dienstag ein. Es passierte in der größten Moschee Deutschlands, in Köln. Der Tempel wurde geräumt, nachdem die drohende E-Mail erhalten wurde. Polizei und Spürhunde durchsuchten die Moschee und sperrten die umringende Strassen auf der Suche nach einem Sprengstoff ab, fanden aber nichts. Am Donnerstag waren die Sicherheitskräfte erneut in zwei Moscheen in München und...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mindestens vier Moscheen haben in nur zwei Tagen Bombendrohungen per E-Mail erhalten. Alle Drohungen stellten sich als falsch heraus. Es ist nicht das erste Mal, und der Zentralrat der Muslime in Deutschland warnt, dies sei nur &#8222;die Spitze des Eisbergs&#8220;.<span id="more-4365"></span></p>
<h4 style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><em>&gt;&gt;&gt; Folgen Sie Salam Plan &#8211; &#8222;Journalismus gegen Hass&#8220; auf <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://twitter.com/SalamPlan">Twitter</a></span> und <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://www.facebook.com/SalamPlanCommunity">Facebook</a></span> ! Mehr Inhalte auf Englisch und Spanisch&lt;&lt;&lt;</em></span></h4>
<p>Die erste bekanntgemachte Bombendrohung ging am Dienstag ein. Es passierte <strong>in der größten Moschee Deutschlands, in Köln</strong>. Der Tempel wurde geräumt, nachdem die drohende E-Mail erhalten wurde. Polizei und Spürhunde durchsuchten die Moschee und sperrten die umringende Strassen auf der Suche nach einem Sprengstoff ab, fanden aber nichts.</p>
<p>Am Donnerstag waren die Sicherheitskräfte erneut in zwei Moscheen in <strong>München</strong> und eine weitere im saarländischen <strong>Iserlohn</strong> im Einsatz. Dort hatte man auch die Bombendrohungen per E-Mail erhalten. In diesen Fällen wurde ebenfalls nichts gefunden.</p>
<p>Die Post zu den beiden Münchener Tempeln war identisch, nach Angaben der Polizei. Derzeit überprüft der Bundesschutz den möglichen Zusammenhang zwischen <strong>E-Mails</strong> gegen die verschiedenen Moscheen und deren Autor oder Autoren.</p>
<h2><span style="color: #008000;">Weitere Moscheen bedroht</span></h2>
<p>Der <strong>Zentralrat der Muslime (ZMD)</strong> zeigte sich wegen diesen „erneuten” Bombendrohungen „zutiefst besorgt&#8220;. Der ZMD informierte, dass es mehr Moscheen und auch Mitglieder des Rates gibt bedroht wurden und die Sicherheitsbehörden darüber alarmiert worden sind. Diese Drohungen seien aber „aus ermittlungstaktischen Gründen” nicht öffentlich.</p>
<p><strong>„Dies ist eine neue Dimension der militant-extremistischen Muslimfeindlichkeit”</strong>, sagte der Präsident des Zentralrats der Muslime, <strong>Aiman A. Mazyek</strong>. Er dankte der Polizei für ihre „schnelle” Reaktion und forderte die Politiker auf „durch Solidarität den Zusammenhalt unserer Gesellschaft entschieden zu stützen”.</p>
<h2><span style="color: #008000;">Jeder Zweite sieht den Islam als Bedrohung</span></h2>
<p>Eine am Donnerstag veröffentlichte <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2019/juli/religioese-toleranz-weit-verbreitet-aber-der-islam-wird-nicht-einbezogen/">Studie</a></span> der <strong>Bertelsmann Stiftung</strong> ergab, dass jeder Zweite in Deutschland den Islam als Bedrohung empfindet und nur ein Drittel glaubt, dass er die Gesellschaft bereichert, während die meisten Befragten andere Religionen -Christentum und Judentum, Buddhismus oder Hinduismus- doch als Bereicherung betrachten.</p>
<p>Trotzdem stellt die Studie fest, dass diese Daten nicht unbedingt eine weit verbreitete Islamfeindlichkeit widerspiegeln, sondern vielmehr eine große <strong>„Skepsis”</strong> gegenüber dem Islam, so die Leiterin der Studie, <strong>Yasemin El-Menouar</strong>. „Offenbar sehen viele Menschen den Islam derzeit weniger als Religion, sondern vor allem als politische Ideologie an und nehmen ihn deswegen von der religiösen Toleranz aus”, argumentiert sie.</p>
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<div id="ts-alignment-view-idtgt" class="ts-alignment-view ms-font-m ts-alignment-view-tgt ts-ltr-left-zero" tabindex="0" aria-hidden="false">
<div role="label">Sie erklärt, dass viele der Befragten, die den Islam als Bedrohung betrachten, ihre &#8222;Vorbehalte&#8220; gegenüber der muslimischen Religion gezeigt haben, „leiten daraus aber keine politischen Forderungen oder antidemokratische Sichtweisen ab”. Die Studie behauptet so, dass eigentlich <strong>13% der Befragten „deutlich islamfeindliche Sicht” zeigen</strong>, eine niedrigere Anzahl als nur zwei Jahre davor, als es 20% waren.</div>
<div role="label"></div>
<div role="label">Was die<strong> vom Bundesinnenministerium als islamfeinliche registrierten Straftaten</strong> betrifft, so stiegen diese von 1.075 Straftaten im Jahre 2017 auf <strong>910 im Jahr 2018</strong> runter, obwohl rassistische Delikte -bei denen es nach Meinung internationaler OSZE-Experten auch islamophobische Straftaten geben könnte- auf das gleiche Niveau wie Antisemitismus gestiegen sind.</div>
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		<title>Marwa El Sherbini, 10 Jahre seit dem ersten islamfeindlich motivierten Mordes in Deutschland</title>
		<link>https://salamplan.com/de/islamfeindlichkeit/marwa-sherbini-10-jahre-seit-dem-ersten-islamfeindlich-motivierten-mordes-in-deutschland/20190701</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Maria Torrens]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jul 2019 21:41:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Islamfeindlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Christchurch]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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		<category><![CDATA[Farid Ahmed]]></category>
		<category><![CDATA[Hasskriminalität]]></category>
		<category><![CDATA[Marwa El Sherbini]]></category>
		<category><![CDATA[Mevlüde Genç]]></category>
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		<category><![CDATA[Zentralrat der Muslime in Deutschland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Marwa El Sherbini war eine 32-jährige Apothekerin in Dresden, die am 1. Juli 2009 ermordet wurde als sie vor Gericht trat um als Zeugin gegen einem Angeklagten auszusagen, der sie beschimpft hatte weil sie einen muslimischen Koptuch trug. Er wiederholte diese schriftlich vor dem Amstrichter und stach sie 18 Mal zu Tode. &#62;&#62;&#62; Folgen Sie Salam Plan &#8211; &#8222;Journalismus gegen Hass&#8220; auf Twitter und Facebook &#60;&#60;&#60; Der Morderer tat dies vor dem Richter selber in den Räumigkeiten des Landesgerichts Dresden, wo auch ihr Mann und ihr damals drei-jähriger Sohn anwesend waren. Sie war im dritten Monat einer neuen Schwangerschaft. Das Landgericht beurteilte ihn zu lebenslanger Haft wegen ein fremdenfeindliches -sie kam aus Ägypten- und islamophobisches Mordes. Seit dem, gilt sie...</p>
<p>La entrada <a rel="nofollow" href="https://salamplan.com/de/islamfeindlichkeit/marwa-sherbini-10-jahre-seit-dem-ersten-islamfeindlich-motivierten-mordes-in-deutschland/20190701">Marwa El Sherbini, 10 Jahre seit dem ersten islamfeindlich motivierten Mordes in Deutschland</a> se publicó primero en <a rel="nofollow" href="https://salamplan.com/de">Salam  Plan</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Marwa El Sherbini</strong> war eine 32-jährige Apothekerin in Dresden, die am <strong>1. Juli 2009</strong> ermordet wurde als sie vor Gericht trat um als Zeugin gegen einem Angeklagten auszusagen, der sie beschimpft hatte weil sie einen muslimischen Koptuch trug. Er wiederholte diese schriftlich vor dem Amstrichter und <strong>stach sie 18 Mal zu Tode.</strong><span id="more-4255"></span></p>
<h4 style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><em>&gt;&gt;&gt; Folgen Sie Salam Plan &#8211; &#8222;Journalismus gegen Hass&#8220; auf <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://twitter.com/SalamPlan">Twitter</a></span> und <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://www.facebook.com/SalamPlanCommunity">Facebook</a></span> &lt;&lt;&lt;</em></span></h4>
<p><strong>Der Morderer tat dies vor dem Richter</strong> selber in den Räumigkeiten des Landesgerichts Dresden, wo auch ihr Mann und ihr damals drei-jähriger Sohn anwesend waren. Sie war im dritten Monat einer neuen Schwangerschaft. Das Landgericht beurteilte ihn zu lebenslanger Haft wegen ein fremdenfeindliches -sie kam aus Ägypten- und islamophobisches Mordes. Seit dem, gilt sie als erstes <span class="css-901oao css-16my406 r-1qd0xha r-ad9z0x r-bcqeeo r-qvutc0">Opfer eines klar islamfeindlich motivierten Mordes in Deutschland und deswegen ist der 1. Juli der <strong>Tag gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit</strong> bundesweit.</span></p>
<p>Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) vergibt erstmals anlässlich des 10. Jahrestags des islamfeindlichen Mordes an Marwa El-Sherbini den „Internationalen <strong>Marwa El-Sherbini-Preis</strong> für Zivilcourage“ an zwei Akteuren, <strong>Mevlüde Genç aus Deutschland und Farid Ahmed aus Neuseeland</strong>. „Den PreisträgerInnen [ist] nicht nur gemeinsam , dass sie durch antimuslimischen Rassismus und Hass ihnen geliebte Menschen verloren haben, sondern vor allem, dass sie diesem Rassismus und Hass mit Versöhnung und Zusammenhalt in ihren jeweiligen Gesellschaften geantwortet haben“, hat der ZMD in einer Pressemitteilung hervogehoben.</p>
<p>Die damals 50-Jährige <strong>Mevlüde Genç</strong> verlor zwei Töchter, zwei Enkelinnen und eine Nichte bei einem Brandanschlag am 29. Mai 1993 auf ihr Haus in <strong>Solingen</strong>. Es stellte sich heraus, die Täter hatten Verbindungen mit der rechtsextremen Szene. Die deutsche Familie aus türkischer Herkunft war muslimisch, und die Morde werden deswegen auch heutzutage von mehreren Akteuren für islamfeindlich gehalten.</p>
<p>Die Frau von <strong>Farid Ahmed</strong> wurde beim Terroranschlag in <strong>Christchurch (Neuseeland)</strong> am 15. März dieses Jahres ermordet, neben anderen 50 Personen. Sie hatte geholfen Frauen und Kinder in Sicherheit ausserhalb der attackierten Moschee zu bringen und wurde erschossen als sie zurückging um ihren Mann, im Rollstuhl, zu helfen. „Ich vergebe den Mörder meiner Frau. Ich wünschte, ich könnte ihn umarmen“, waren <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://salamplan.com/en/terrorism/new-zealand-attack-survivor-i-forgive-the-person-who-killed-my-wife-i-wish-i-could-give-him-hug/20190318">seine Worte</a></span> danach.</p>
<p>Im Jahre 2018 gab es <strong>910 islamfeindliche Straftaten in Deutschland</strong>, die offiziell als solche vom Bundesministerium des Innern unter den <a href="https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/2019/pmk-2018-hasskriminalitaet.pdf;jsessionid=EDE173FE24A0F4A20D69CCB6F6E039C4.1_cid373?__blob=publicationFile&amp;v=3"><span style="color: #0000ff;">Daten der Hasskriminalität</span></a> registriert wurden. „<span class="css-901oao css-16my406 r-1qd0xha r-ad9z0x r-bcqeeo r-qvutc0">Wir sind EINE Gesellschaft &amp; zu uns gehören rund fünf Millionen Menschen muslimischen Glaubens“, sagte an diesem 1. Juli die Regierungsabteilung für Integration im <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://twitter.com/IntegrationBund/status/1145655071381905408">Twitter</a></span>. </span></p>
<h4 style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><em>&gt;&gt;&gt; Folgen Sie Salam Plan &#8211; &#8222;Journalismus gegen Hass&#8220; auf <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://twitter.com/SalamPlan">Twitter</a></span> und <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://www.facebook.com/SalamPlanCommunity">Facebook</a></span> &lt;&lt;&lt;</em></span></h4>
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		<title>Die Imamin die eine Moschee in Berlin gründete und unter Morddrohungen lebt</title>
		<link>https://salamplan.com/de/islamfeindlichkeit/die-imamin-die-eine-moschee-in-berlin-gruendete-und-unter-morddrohungen-lebt-seyran-ates-ibn-rushd-goethe/20190527</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Maria Torrens]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 May 2019 13:27:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Islamfeindlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Alternative für Deutschland]]></category>
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		<category><![CDATA[Papst Franziskus]]></category>
		<category><![CDATA[Seyran Ates]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seyran Ates wäre fast in einem Anschlag in 1984 umgekommen, als sie eine Beratungsstelle von Frauen aus der Türkei mit nur 21 Jahren führte. 2006 wurde diese Rechtsanwältin nach einem Gerichtstermin angegriffen und sie erlitt erneut Morddrohungen. Seitdem steht sie unter Personenschutz. Die Drohungen stiegen aber als sie vor zwei Jahren eine Moschee in der deutschen Hauptstadt gründete. &#62;&#62;&#62; Folgen Sie Salam Plan &#8211; &#8222;Journalismus gegen Hass&#8220; auf Twitter und Facebook &#60;&#60;&#60; Sie ist die erste Imamin Deutschlands. Ist das denn möglich? Traditionnell machen nur Männer diesen Job, aber es gibt Muslime, die dafür stehen Frauen seien ebenfalls dazu berechtigt. Es existieren auch andere Einzelfälle von Imaminen in Ländern wie Dänemark oder den Vereinigten Staaten die sich in den letzten...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seyran Ates</strong> wäre fast in einem Anschlag in 1984 umgekommen, als sie eine Beratungsstelle von Frauen aus der Türkei mit nur 21 Jahren führte. 2006 wurde diese Rechtsanwältin nach einem Gerichtstermin angegriffen und sie erlitt erneut Morddrohungen. Seitdem steht sie unter Personenschutz. Die Drohungen stiegen aber als sie vor zwei Jahren eine Moschee in der deutschen Hauptstadt gründete.<span id="more-4057"></span></p>
<h4 style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><em>&gt;&gt;&gt; Folgen Sie Salam Plan &#8211; &#8222;Journalismus gegen Hass&#8220; auf <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://twitter.com/SalamPlan">Twitter</a></span> und <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://www.facebook.com/SalamPlanCommunity">Facebook</a></span> &lt;&lt;&lt;</em></span></h4>
<p>Sie ist die erste Imamin Deutschlands. Ist das denn möglich? Traditionnell machen nur Männer diesen Job, aber es gibt Muslime, die dafür stehen Frauen seien ebenfalls dazu berechtigt. Es existieren auch andere <strong>Einzelfälle von Imaminen</strong> in Ländern wie Dänemark oder den Vereinigten Staaten die sich in den letzten Jahren gegen diesem <em>Statu Quo</em> rebellierten.</p>
<p>Ates unterstreicht ihre Moschee sei für alle Muslime offen, auch für Dialog mit anderen Religionen und Atheisten. Denn Teil ihres Zieles ist für den <strong>Frieden unter Religionen</strong> und verschiedener Weltanschaungen zu arbeiten. In der Tat, habe sie vor Kurzem den katholischen Sankt Jakobspilgerweg mit einer gemischten Gruppe angefangen und wolle bald weiter damit machen.</p>
<p>Ihre Moschee, die ihren Platz <strong>in einem freien, sekulären Raum einer evangelischen Gemeinde</strong> gefunden hat, war Ziel einer Fatwa (islamische Rechtsauskunft) aus Ägypten, die sie für nicht muslimisch gesprochen hat. Dagegen sagt Ates ihre Ansicht sei nicht etwas aussergewöhnliches innerhalb der muslimischen Gesellschaft, gibt dennoch zu sie könnte in einen neuen Zweig des Islams münden.</p>
<p>Islam sei für sie auf jeden Fall ein Teil Deutschlands, sie sei aber gegen dem „politischen Islam“, der Religion und Staat mischt und den sie für gleich gefährlich wie Rechts- oder Linksextremisten hält. <span style="color: #008000;"><a style="color: #008000;" href="http://salamplan.com">Salam Plan</a></span> trifft sie in der <strong>Ibn Rushd -Goethe Moschee</strong> im Berlinerbezirk von Alt Moabit kurz vor den Europawahlen. Den „etablierten Parteien“ in Europa bittet sie sich in den Spiegel zu schauen bevor sie die „Rechtspopulisten“ für ihre Meinungen zum Islam oder Migration zu kritisieren.</p>
<p><div id="attachment_4065" style="width: 1034px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-4065" loading="lazy" class="wp-image-4065 size-large" src="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Treppen-1024x718.jpg" alt="" width="1024" height="718" srcset="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Treppen-1024x718.jpg 1024w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Treppen-300x210.jpg 300w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Treppen-768x538.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-4065" class="wp-caption-text">Eingang zur Ibn Rushd-Goethe Moschee, die in einem freien Raum einer evangelischen Gemeinde in Berlin Platz fand. © Salam Plan</p></div></p>
<p><strong>Ihre Moschee stellt sich als ein Projekt vor, das einen „progressiven und inklusiven Islam“ erlebt. Was sollen wir genau darunter verstehen?</strong></p>
<p>Der Begriff „zeigtgemässer Islam“ fasst das -glaube ich- besser zusammen, unter einem Dach. „Zeitgemäss“ in dem Sinne, dass wir den Koran und auch die Hadizen, [also] die Überlieferungen über die Aussprüche und die Taten des Propheten [Muhammads], historisch- kritisch betrachten.</p>
<p>Wir lesen all die Texte, und stellen uns die Frage: Welchen Sinn und Zweck hat das Ganze? In welcher Zeit ist es entstanden und warum? Und gilt das heute noch?</p>
<p>Und das gilt als fortführend und „liberal“, weil wir entspannter mit unserer Religion umgehen, wie vielleicht andere Menschen, die sehr orthodox ihr Leben extrem reglamentiert einrichten nach <em>halal</em> [erlaubt] und <em>haram </em>[nicht erlaubt], und sehr angstbeladen und mit vielen Verboten leben, das Diesseits eher vernachlässigen, und sich zu stark auf das Jenseits konzentrieren und entsprechend ein Druck ausüben auf Menschen, wie sie zu leben haben.</p>
<p>Wir mischen uns nicht ein. So verstehen wir den Islam, wie eine Religion ist, die sehr individualistisch ist, die darauf ausgerichtet ist, dass keine Institution, kein Mensch zwischen dem Gläubigen und Gott steht. Jeder Moslem ist für sich selbst und für sein Leben selber verantwortlich.</p>
<p>Wir setzen auf Mündigkeit und Eigenverantwortung, und das sind alles Attribute die man als „liberal“ beschreibt. Nun muss ich nicht „liberal“ genannt werden, man kann mich auch gerne „konservative“ nennen; das finde ich ja auch in Teilen: ich finde es gut Traditionen und Rituale zu haben, wenn sie uns für heute das Zusammenleben gut machen. Alles was dem Guten dient, den Frieden dient, da bin ich auf der Seite.</p>
<blockquote>
<h4><em><span style="color: #008000;">„Jeder Moslem ist für sich selbst und für sein Leben selber verantwortlich. Wir setzen auf Mündigkeit und Eigenverantwortung“</span></em></h4>
</blockquote>
<p><strong>Welche Traditionen sind nicht gut, ihrer Meinung nach?</strong></p>
<p>Die Tradition, dass Männer und Frauen nicht zusammen beten dürfen, finde ich nicht in Ordnung. Die ist eine Tradition, die das Patriarchat eingeführt hat. In Mekka, zum Beispiel, pilgern Frauen und Männer zusammen. Da laufen sie um die Kaaba gemeinsam herum und beten auch gemeinsam. Da kommen Männer und Frauen sehr oft körperlich auch zueinander. Sie berühren sich, weil es sehr eng ist und es ist gar nicht anders möglich und es gibt trotzdem nicht diese extreme Sexualisierung.</p>
<p>Ich wünschte Muslime könnten es schaffen diese ganze Spiritualität und diese ganze Selbstverständlichkeit die sie in Mekka erleben, zwischen den Geschlechtern, dass sie das auch in sonstigen Moscheen überall erleben. Das tuen wir hier. Nicht nur wir, sondern viele andere Menschen in der Welt auch.</p>
<p>Wir akzeptieren auch nicht die Tradition des Kopftuchtragens als eine Pflicht; wir akzeptieren auch nicht, dass Menschen nicht schwul oder lesbisch oder transgender sein dürfen.</p>
<p><strong>Einerseits gibt es viele Muslime in Europa, die wie sie in diesem Sinne denken. Andererseits gibt es auch viele die das Gegenteil denken und sie sind sogar deswegen unter Polizeischutz.</strong></p>
<p>Genau. Das muss man sich mal anschauen, wie traurig das ist. Ich stehe unter Personenschutz, weil wir hier Männer und Frauen zusammen beten, weil ich gegen das Kopftuchtragen als religiöse Pflicht in öffentlichen Ämtern argumentiere. Wir werden angefeindet, dass wir ein Ort geschaffen haben, wo eine Frau zum Gebet ruft; wo eine Frau vorbetet, vor einer gemischten Gruppe, und predigt. Wir machen das abwechselnd, mal ist es ein Mann, mal ist es eine Frau (&#8230;). Und dafür bekommen wir Morddrohungen. Und [auch] dafür, dass ich einen interreligiösen Dialog hier führe, also suchen wir den Frieden zwischen Religionen. Das ist schon Absurd.</p>
<p><strong>Morddrohungen.</strong></p>
<p>Morddrohungen, <em>supercommon</em>, dafür, dass man sich für den Frieden zwischen den Religionen einsetzt.</p>
<blockquote>
<h4><span style="color: #008000;"><em>„Die Tradition, dass Männer und Frauen nicht zusammen beten dürfen, finde ich nicht in Ordnung. Die ist eine Tradition, die das Patriarchat eingeführt hat. In Mekka, zum Beispiel, pilgern Frauen und Männer zusammen“</em></span></h4>
</blockquote>
<p><strong>Hatten sie erwartet, dass es so weit reichen würde?</strong></p>
<p>In Teilen schon. Ich stehe seit 2006 unter Personenschutz. Ich habe erlebt, mit 21 Jahren, dass Männer in der Lage sind eine Frau zu töten, auf Menschen zu schiessen, auf mich zu schiessen -ich bin ja schwer verletzt worden-, nur weil wir uns für Frauenrecht eingesetzt haben.</p>
<p>Das heisst, ich wusste, das es radikale, nationalistische und religiös extremistische Muslime gibt, die nicht einverstanden damit sind, dass die Geschlechter gleichberechtigt sind. Ich wusste, dass es Extremisten gibt, die ein Problem mit Homosexualität haben, und ich wusste, dass es Muslime gibt, die nicht akzeptieren, dass eine Moschee in dem Gebäude einer Kirche beziehungsweise im interreligiösen Dialog gründet.</p>
<p>Das wusste ich, und habe es geahnt, aber am Ende habe ich nicht geahnt, dass sogar ein Land wie die Türkei, Ägypten und der Iran, diese Länder regelrecht über ihre jeweiligen Kanäle -dass sie tatsächlich über Presseerklärungen unsere kleine Mosche defamieren würden. Das war schon ein Schritt weiter und hat mich am Ende aber darin bestätigt, dass ich richtig bin.</p>
<p>Ganze Länder interessieren sich für diese Moschee. Sehen sie sich das an, sie sind hier, im Raum, 100 Quadratmetern ungefähr: ein heller, friedlicher Raum, in dem Männer und Frauen zusammen kommen, Menschen zusammenkommen!</p>
<p>Gläubige und nicht Gläubige. Hier kommen Atheisten und Agnostiker, weil sie sich interessieren für das Friedensprojekt. Es ist ein Friedensprojekt. Es kommen Juden und Christen, mit denen wir hier schöne Veranstaltungen machen und (&#8230;) jeden Freitag findet hier ein Dialogzirkel statt, von alleine. Jeden Freitag, um 14 Uhr, kann jeder kommen.</p>
<p><div id="attachment_4063" style="width: 1034px" class="wp-caption alignnone"><img aria-describedby="caption-attachment-4063" loading="lazy" class="wp-image-4063 size-large" src="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Kirche-1024x681.jpg" alt="" width="1024" height="681" srcset="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Kirche-1024x681.jpg 1024w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Kirche-300x200.jpg 300w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Kirche-768x511.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-4063" class="wp-caption-text">Die Ibn Rushd-Goethe Moschee wurde in einem freien Raum dieser evangelischen Gemeinde in Berlin gegründet. © Salam Plan</p></div></p>
<p><strong>Wie ist es dazu gekommen eine Moschee hier zu gründen, im Gebäude einer evangelischen Kirche?</strong></p>
<p>Das war ein sehr glücklicher Zufall, dass ich vor einer Pfarrerkonvention einen Vortrag gehalten habe über diese Idee und am Ende, wie bei jedem Vortrag den ich zu dieser Zeit gehalten habe, gesagt habe: „Wenn sie von Räumen wissen, sagen sie mir Bescheid. Ich suche einen kleinen Raum, den ich alleine finanzieren kann“. Und da waren einige Pfarrer sofort bereit mir zu helfen und haben mir mehrere Angebote gemacht. Dieser Raum war am Ende der schönste.</p>
<p>Leider ist er nicht barrierefrei, wir sind im dritten Stock, aber wir haben jetzt ein anderes Gebäude in Aussicht [im berlinerischen Moabit Bezirk] wo wir hinkönnen, das adequat ist. Da freuen wir uns sehr.</p>
<h4 style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><em>&gt;&gt;&gt;Lesen sie auch: <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://salamplan.com/de/wie-du/drei-religionen-eine-gemeinde-auch-offen-fuer-atheisten-das-ist-die-naechste-revolution-in-berlin-house-of-one/20190518">Drei Religionen, eine Gemeinde (auch offen für Atheisten): das ist die nächste Revolution in Berlin</a></span>&lt;&lt;&lt;</em></span></h4>
<p><strong>Sie haben vorhin Ägypten, Türkei und Iran erwähnt. Als diese Mosche gegründet wurde, gab es eine Fatwabehörde in Ägypten die sie als Nicht-Muslime beurteilt hat. Diese Fatwa-Behörde, Dar al Ifta, ist mit der Universität von Al Azhar verbunden und der Grosse Imam von Al Azhar hat vor nur einigen Monaten ein Dokument über die „Brüderlichkeit aller Menschen“ zusammen mit dem Papst unterschrieben, wo sie für Dialog standen. Aber anscheinend ist es in diesem Fall überhaupt nicht dazu gekommen.</strong></p>
<p>Ich halte ihn für einen sehr verlogenen, schlechten Menschen.</p>
<p><strong>Warum?</strong></p>
<p>Weil er nicht ehrlich ist, denn er wünscht sich keine Aufklärung und keinen Frieden in der islamischen Welt. Denn wenn er das wünschen würde, würde er nicht solchen Menschen wie uns so Schlechtes tuen.</p>
<p>Ich akzeptiere ihn nicht als Autorität. Diese Fatwa hat dazu geführt, dass viele Menschen in den sozialen Medien sich ihm angeschlossen haben und uns Drohungen geschickt haben. Wenn er ein herzensguter Imam wäre, ein Mensch der fest im Glauben ist, dann würde er versuchen Licht und Liebe zu verbreiten; was er verbreitet hat ist Hass und Dunkelheit.</p>
<p>Und wenn er dann zum Papst geht und so eine Verbindung sucht oder so was verkündet, dann ist es für mich gelogen (&#8230;). Dann höre ich sowieso nur noch „Brüderlichkeit“. (&#8230;) Ich sehe da zwei Männer, die in der Orthodoxie sich verbinden, aber nicht in dem Weltfrieden, den ich mir vorstelle.</p>
<blockquote>
<h4><em><span style="color: #008000;">„Die Enstehungsgeschichte des Islams war viel progressiver als das was die Orthodoxen gerade leben. Da wir die Gleichberechtigung von Mann und Frau vorantreiben, sind wir sehr stark bei Martin Luther, sind wir bei den Protestanten, und auch den liberalen Juden“</span></em></h4>
</blockquote>
<p><strong>Sie stehen für eine Reform des Islams und ihre Moschee liegt in diesem Gebäude. Das erinnert daran wie Martin Luther mit der Reformierung der christlichen Kirche angefangen hat und eine neue Religion, oder in ein neuer Zweig der Religion, enstanden ist. Denken sie dies kann auch dazu führen?</strong></p>
<p>Man kann es teilweise tatsächlich aus dieser Perspektive betrachten und das wird vielleicht auch so entstehen, beziehungsweise wenn wir uns theologisch auseinandersetzen, das im Grunde was die Gleichberechtigung der Geschlechter anbelangt, das praktizieren was am Anfang des Islams war.</p>
<p>Die Enstehungsgeschichte des Islams war viel liberaler, viel offener, viel progressiver als das was die Orthodoxen gerade leben (&#8230;). Da wir auch die Gleichberechtigung vor Allem von Mann und Frau vorantreiben, sind wir sehr stark bei Martin Luther, sind wir bei den Protestanten, und auch den liberalen Juden.</p>
<p><div id="attachment_4067" style="width: 1034px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-4067" loading="lazy" class="wp-image-4067 size-large" src="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Gebetsraum-1024x682.jpg" alt="" width="1024" height="682" srcset="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Gebetsraum-1024x682.jpg 1024w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Gebetsraum-300x200.jpg 300w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Gebetsraum-768x511.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-4067" class="wp-caption-text">Seyran Ates lässt sich ungern fotografieren. Ihr ist es lieber die Moschee zu zeigen. © Salam Plan</p></div></p>
<p><strong>Koran auf Deutsch oder auf Arabisch?</strong></p>
<p>Auf Deutsch. Ich studiere jetzt gerade Islamwissenschaften, versuche Arabisch zu lernen.</p>
<p>Wir geben hier Arabisch Unterricht und wir sind darauf bedacht, dass jeder auf Arabisch den Text lesen kann und versuchen ihn so gut wie möglich mit vielen Übersetzungen zu erarbeiten, damit wir sehr nahe am original sind (&#8230;). Wir fördern und wünschen uns, dass die Menschen von der Unmündigkeit herausgeholt werden und ihnen die Chance gegeben wird zu verstehen woran sie glauben.</p>
<p><strong>In der Deutschen Islamkonferenz dieses Jahres behauptete Bundesinnenminister Seehofer Muslime seien ein Teil Deutschlands, im Gegenteil zu dem was er selber in der Bild Zeitung einige Monate davor gesagt hatte. Fühlen sie sich in Deutschland akzeptiert? </strong></p>
<p>Ja, absolut. Ich bin eine deutsche Staatsangehörige. Ich habe zwei Heimaten: die Türkei und Deutschland und besitze eine transkulturelle Identität. Es ist dieses Land, Deutschland, das mir den Personenschutz zur Verfügung stellt. Es ist dieses Land, Deutschland, dass mir keine Probleme macht, dass ich solch eine Moschee eröffne.</p>
<p>Insofern, bin ich stolz und glücklich in Deutschland zu sein und das der Rechststaat hier funktioniert, noch, und die Demokratie [funktioniert], und Europäerin zu sein. Deshalb fühle ich mich sehr wohl, noch, hier und ich kämpfe gegen alle Menschen die versuchen dieses Friedensprojekt Europa zu zerstören. Egal ob es von links, von rechts oder von Islamisten kommt.</p>
<blockquote>
<h4><em><span style="color: #008000;">„Ich kämpfe gegen alle Menschen die versuchen dieses Friedensprojekt Europa zu zerstören. Egal ob es von links, von rechts oder von Islamisten kommt“</span></em></h4>
</blockquote>
<p><strong>Was würden sie gerne zu den Standpunkten der AfD antworten die dafür stehen „Islam gehört nicht zu Deutschland“ oder „Islamisierung stoppen“ oder „Islamfreie Schulen“?</strong></p>
<p>Wir müssen Extremismus stoppen, egal ob er von links, von rechts oder ob er vom politischen Islam kommt, und da gehört die AfD dazu. Die AfD ist eine riesengrosse Enttäuschung für sehr viele Wähler, auch für ihre Mitglieder. Man hat tatsächlich gedacht, dass sie versuchen werden das Thema der Migration auf eine vernünftige Ebene zu bringen, aber inzwischen ist das ein Hort von Rechtsradikalen und die Menschen die für diese Partei vorne an der Front stehen, stehen nicht unbedingt als Sympathieträger dort.</p>
<p>Sie sind in ihrer ganzen Erscheinung auch sehr menschenverachtend und bringen vielleicht Inhalte die politisch eventuell sogar diskutierbar wären nicht akzeptabel rüber. Und die Thematik mit der Migration und dem Islam haben sie am Ende, leider Gottes, so weit gebracht, dass sie es nur als Wahlkampfthema benutzen, sehr populistisch und menschenverachtend. Da tuen sie sich kein Gefallen, da werden sie einfach als rechte und Nazipartei bezeichnet werden.</p>
<blockquote>
<h4><em><span style="color: #008000;">„Selbstverständlich gehört auch ein konservativer Islam zu Deutschland. Wir sagen nie, dass wir den abschaffen wollen. Der politische Islam gehört nicht zu Deutschland. Es ist nicht in Ordnung, wenn Qatar, die Türkei und die Muslimbrüder hier eine Bildungsoffensive betreiben“</span> </em></h4>
</blockquote>
<p><strong>Gehört, ihrer Ansicht nach, auch der konservative Islam zu Deutschland?</strong></p>
<p>Selbstverständlich gehört auch ein konservativer Islam zu Deutschland. Wir sagen nie, dass wir den abschaffen wollen, sondern wir wollen nur gesehen werden als ein Teil des Islam[s] in der ganzen Welt. Der Islam ist extrem plural, viel pluraler vielleicht als in der christlichen Kirche, weil wir diese Institutionalisierung nicht haben, und wir haben von Marokko bis Indonesien unglaublich viele Ausrichtungen wie der Islam praktiziert und gelebt wird.</p>
<p>Der politische Islam gehört nicht zu Deutschland. Es ist nicht in Ordnung, wenn Qatar, die Türkei und die Muslimbrüder hier eine Bildungsoffensive betreiben und einen unmündigen Islam verbreiten und lehren.</p>
<p><strong>Stehen sie dann auch für „Islamfreie Schulen“, zum Beispiel?</strong></p>
<p>Ich stehe für Schulen in denen Religion und Ethik gemeinsam unterrichtet wird. Deshalb bin ich sehr für ein Gemeinschaftsunterricht, wo unsere Kinder vielleicht unter dem Dach oder dem Titel „Humanismus“ alle religiösen und Weltanschaungen lernen die es gibt, die Menschen dazu führen eine gewisse Haltung zu haben.</p>
<p><strong>Das passiert schon teilweise, davon abhängend in welcher Jahrgangstufe man ist.</strong></p>
<p>Es passiert nicht konsequent und nicht in jedem Bundesland. Wir haben das hier in Berlin, und ich wünschte mir das in einer stärkeren Ausrichtung, denn wir haben, meine Ansicht nach, 2019 nun festgestellt, dass das Thema der Religion und der Weltanschaung ein wichtiges Thema ist für unsere Kinder, für unsere Gesellschaft.</p>
<p>Ich bin dafür, dass Menschen erzogen werden, die mit 18 freiwillig entschliessen, mit einer entsprechenden Auseinandersetzung, an welchem Gott sie glauben wollen oder ob sie überhaupt an einem Gott glauben wollen.</p>
<blockquote>
<h4><em><span style="color: #008000;">„Den etablierten Parteien kann ich nur sagen: sie sollen aufhören sich nur mit dem Rechtspopulismus zu beschäftigen und immer nur mit dem Finger auf die zu zeigen, dass sie unser Europa zerstören, sondern in den Spiegel gucken und dann an die eigene Nase fassen, was sie alles falsch gemacht haben“ </span></em></h4>
</blockquote>
<p><strong>Islam und Migration sind zwei Themen die in Europa in Verbindung gesetzt werden -egal ob man über deutsche Muslime, zum Beispiel redet, oder von Ausländern- und die vielen Wählern beunruhigen.</strong></p>
<p>Zurückblickend und auch jetzt aktuell, kann ich den etablierten Parteien nur sagen: sie sollen aufhören sich nur mit den rechten und dem Rechtspopulismus zu beschäftigen und immer nur mit dem Finger auf die zu zeigen, dass sie unser Europa zerstören, sondern in den Spiegel gucken und dann an die eigene Nase fassen, was sie alles falsch gemacht haben, in den letzten 20, 30 Jahren, dass wir nach wie vor diese Thematik und Diskussion über Migration und Islam haben. Sie sind für mich die Hauptverantwortlichen.</p>
<p>(&#8230;) Für mich ist das Problem an den etablierten Parteien zu suchen, weil sie einfach weggeguckt haben und ignoriert haben, und gemeint haben sie sind tolerant, dabei die ganze Zeit aber ignorant gewesen. Der Islam hätte schon längst eine andere Stufe der Integration und Akzeptanz in Deutschland erlebt, wenn sie sich damit vernünftig beschäftigt hätten und es nicht den radikalen in die Hände gegeben hätten. Die ganzen extremkonservativen und orthodoxen Verbände haben dazu geführt, dass es ein Islambild gibt, welches von vielen Europäern abgelehnt wird.</p>
<p>Und wir, als liberale, haben genau damit zu kämpfen. Wir waren nicht sichtbar, wir wurden gar nicht von der etablierten Politik gesehen (&#8230;)</p>
<blockquote>
<h4><em><span style="color: #008000;">„Liberale Muslime haben Angst ihre Art des Islams auch nach aussen hin zu erzählen oder Haltung dazu zu behalten. Lieber behalten sie dass heimlich“.</span></em></h4>
</blockquote>
<p><strong>Denken sie Ihre Sicht des Islams ist die einer Minderheit oder die einer Mehrheit in Europa?</strong></p>
<p>Die ist ganz sicher nicht die einer Minderheit. Die aktuell existierenden angeblich grossen Verbände repräsentieren maximal 15% der Muslim beispielsweise in Deutschland oder Europa. Alle andere haben Angst.</p>
<p>Liberale Muslime haben Angst ihre Art des Islams auch nach aussen hin zu erzählen oder Haltung dazu zu behalten. Lieber behalten sie dass heimlich.</p>
<p><div id="attachment_4068" style="width: 1034px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-4068" loading="lazy" class="wp-image-4068 size-large" src="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Fenster-1024x681.jpg" alt="" width="1024" height="681" srcset="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Fenster-1024x681.jpg 1024w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Fenster-300x200.jpg 300w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Fenster-768x511.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-4068" class="wp-caption-text">Detail der Fenster in der Ibn Rushd-Goethe Moschee. © Salam Plan</p></div></p>
<h4 style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><em>&gt;&gt;&gt; Folgen Sie Salam Plan &#8211; &#8222;Journalismus gegen Hass&#8220; auf <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://twitter.com/SalamPlan">Twitter</a></span> und <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://www.facebook.com/SalamPlanCommunity">Facebook</a></span> &lt;&lt;&lt;</em></span></h4>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Drei Religionen, eine Gemeinde (auch offen für Atheisten): das ist die nächste Revolution in Berlin</title>
		<link>https://salamplan.com/de/wie-du/drei-religionen-eine-gemeinde-auch-offen-fuer-atheisten-das-ist-die-naechste-revolution-in-berlin-house-of-one/20190518</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Maria Torrens]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 May 2019 07:57:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wie Du]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kristin Bohner ist eine christliche Person und gibt zu etwas neidisch darauf zu sein, wenn sie sieht, dass Muslime auf einem Teppich beten, ohne eine Bank zu brauchen. Cagatay Caliskan ist Muslim und bewundert den Reichtum an Traditionen, die Juden haben. Esther Hirsch ist Jüdin und erkennt an, dass sie nicht alles wusste, was Juden und Muslime gemeinsam hatten. Auch Christen kannte sie nicht so gut wie sie dachte. Alle drei leben in Berlin. Sie sind Teil des Teams, das an der Errichtung eines einmaligen interreligiösen Tempel arbeitet. Dort werden die drei Religionen und alle anderen, die daran teilnehmen möchten, Platz haben. Atheisten oder Agnostiker wird man auch willkommen heißen. Die Türen von „House of One“ stehen jedem offen. &#62;&#62;&#62;...</p>
<p>La entrada <a rel="nofollow" href="https://salamplan.com/de/wie-du/drei-religionen-eine-gemeinde-auch-offen-fuer-atheisten-das-ist-die-naechste-revolution-in-berlin-house-of-one/20190518">Drei Religionen, eine Gemeinde (auch offen für Atheisten): das ist die nächste Revolution in Berlin</a> se publicó primero en <a rel="nofollow" href="https://salamplan.com/de">Salam  Plan</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kristin Bohner</strong> ist eine christliche Person und gibt zu etwas neidisch darauf zu sein, wenn sie sieht, dass Muslime auf einem Teppich beten, ohne eine Bank zu brauchen. <strong>Cagatay Caliskan</strong> ist Muslim und bewundert den Reichtum an Traditionen, die Juden haben. <strong>Esther Hirsch</strong> ist Jüdin und erkennt an, dass sie nicht alles wusste, was Juden und Muslime gemeinsam hatten. Auch Christen kannte sie nicht so gut wie sie dachte.</p>
<p>Alle drei leben in Berlin. Sie sind Teil des Teams, das an der Errichtung eines einmaligen interreligiösen <em>Tempel</em> arbeitet. Dort werden die drei Religionen und alle anderen, die daran teilnehmen möchten, Platz haben. Atheisten oder Agnostiker wird man auch willkommen heißen. Die Türen von „<strong>House of One</strong>“ stehen jedem offen.<span id="more-4045"></span></p>
<h4 style="text-align: center;"><em><span style="color: #008000;">&gt;&gt;&gt; Folgen Sie Salam Plan &#8211; &#8222;Journalismus gegen Hass&#8220; auf <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://twitter.com/SalamPlan">Twitter</a> </span>und <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://www.facebook.com/SalamPlanCommunity">Facebook</a> </span>&lt;&lt;&lt;</span></em></h4>
<p>„Jedes Mal, wenn ich in der Kirche bin, denke ich: ‚Ich möcht‘ wieder in die Moschee‘, weil ich Kirchenbänke gar nicht mag. Ich finde es einfach total schön, auf einem Teppich zu sitzen oder auch zu liegen. Ich bin auch schon in Moscheen gegangen und hab‘ mich einfach ausgeruht, und in der Kirche finde ich, dass ist oft kalt“, erklärt Bohner, aus dem Team <strong>Pädagogik und Bildung</strong> der House of One Foundation.</p>
<p>Ihr Teamkollege Caliskan erzählt: „Ich beschäftige mich jetzt ein bisschen als Laie mit dem Unterschied zwischen jüdischen Strömungen und Traditionen, und je mehr man da gräbt, desto mehr kommt da raus. Ich werde für mich eine Skizze herstellen lassen, damit ich da ein Überblick gewinne, aber dieser Reichtum an Traditionen, der überwältigt mich einfach“.</p>
<blockquote>
<h4><span style="color: #008000;"><em>&#8222;Natürlich ist es eine andere Religion und eine andere Tradition, aber ich verstehe es sehr gut und fühle mich sehr nah&#8220;</em> </span></h4>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #008000;">&#8212; Esther Hirsch</span></p>
</blockquote>
<p>Hirsch, eine der <strong>Theologen</strong> verantwortlich für das Projekt, gibt zu: „Ich finde sehr, sehr viel vom Judentum im Islam wieder, von den Gedanken, von der Art der Gebete… Natürlich ist es eine andere Religion und eine andere Tradition, aber ich kann es sehr gut nachvollziehen und es ist mir sehr nahe“. Sie fügt hinzu: „Und über bei den Christen war ich überrascht, weil ich dachte, ich kenne sie sehr gut, weil ich hier in Deutschland lebe und es gibt mehr Christen als alle anderen. Aber auch sie habe ich erst durch das Gespräch mit anderen erst richtig kennengelernt (&#8230;). Und ich finde es sehr schön, die Art wie eine Gemeinschaft gestaltet wird (&#8230;), dass es sehr viel darum geht so viel zusammen zu unternehmen; (&#8230;) gar nicht so sehr um das Theologische&#8220;.</p>
<p><div id="attachment_4047" style="width: 1034px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-4047" loading="lazy" class="wp-image-4047 size-large" src="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-Baustelle-Plakat-0-2-1024x681.jpg" alt="" width="1024" height="681" srcset="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-Baustelle-Plakat-0-2-1024x681.jpg 1024w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-Baustelle-Plakat-0-2-300x200.jpg 300w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-Baustelle-Plakat-0-2-768x511.jpg 768w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-Baustelle-Plakat-0-2.jpg 1733w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-4047" class="wp-caption-text">Der Grundstein für House of One wird im April 2020 auf dem Petriplatz in Berlin gelegt. © Salam Plan</p></div></p>
<h2><span style="color: #008000;">Eine Synagoge, eine Moschee und eine Kirche unter einem Dach</span></h2>
<p>Im House of One wird es eine Synagoge, eine Moschee und eine Kirche unter einem Dach geben, allerdings in verschiedenen Räumen. Sie werden durch einen zentralen Saal verbunden sein, für gemeinsame Feiern, Gebete, Ausstellungen, Konzerte und -vor allem- um <strong>Ideen auszutauschen und sich besser kennenzulernen</strong>. Es wird auch Platz für ein Café, eine Bibliothek, Konferenzräume &#8230; geben.</p>
<p>Ein <strong>42 Meter hoher Turm</strong> wird den Besuchern -trotz seiner diskreten Höhe- ermöglichen einen Panoramablick auf die Berliner Innenstadt zu haben. Und wenn sich die Pläne nicht ändern, werden sie sogar jeden Tempel von oben aus betrachten können, da die Decken so verglast werden, dass das natürliche Licht die Räume von dort aus vollständig ausleuchten wird.</p>
<p>„<strong>Das Licht</strong> ist etwas was alle drei Religionen verbindet, aber die Sammlung auch, ein Sammlungsraum. Das sich die einzelnen Gemeinden treffen können, aber dass man auch in der Mitte einen Raum der Versammlung hat“, erklärt Bohner. „Wichtig ist, dass von aussen nicht erkennbar ist ‚ ‚ist das eine Moschee? , eine Kirche? oder eine Synagoge?‘, und man sich auf das Wesentliche konzentrieren kann: dem Anderen Wege zu öffnen“, fügt Caliskan hinzu. Ein weiterer wichtiger Teil des Architekturaspekts ist, dass jeder sakrale Raum für Besucher anderer Glauben oder auch jene ohne Glaube offen steht, sagt Hirsch.</p>
<blockquote>
<h4 style="text-align: left;"><span style="color: #008000;"><em>„Wichtig ist, dass von aussen nicht erkennbar ist ‚ ‚ist das eine Moschee? , eine Kirche? oder eine Synagoge?‘, und man sich auf das Wesentliche konzentrieren kann: dem Anderen Wege zu öffnen“</em></span></h4>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #008000;">&#8212; Cagatay Caliskan</span></p>
</blockquote>
<p>Das Projekt wird <strong>bis ins kleinste Detail</strong> des Gebäudes geplant. Innerhalb jeder der erwähnten Religionen gibt es unterschiedliche Strömungen oder Denkrichtungen, und es darf nichts ungelöst bleiben, damit sich jeder im House of One wie zu Hause fühlen kann.</p>
<p>So muss beispielsweise der <em>Mizbeaj</em> (Altar) der Synagoge beweglich sein, da er für Juden in dem einen oder einen anderen Ort des Raumes sein soll, je nach dem zu welchen Zweig des Judentums sie gehören. In einigen Fällen feiern sie das Gebet mit dem Altar in der Mitte; bei anderen brauchen sie weiter vorne, in der Nähe von der Wand&#8230; Ein anderes Beispiel findet man auch bei Juden und Muslimen: in beiden Fällen bevorzugen manche das Gebet ohne Trennung zwischen den Geschlechtern und andere brauchen getrennte Stockwerke. Bei den Christen, meiden die Protestanten religiöse Bilder und Dekoration in den Kirchen, während Katholiken es bevorzugen, ihren Glauben davon begleitet zu feiern.</p>
<p>Es gibt so viele Details zu bedenken, dass <strong>immer wieder neue Ideen oder Verbesserungen auftauchen</strong>. Tatsächlich wurde erst kürzlich entschieden, dass das Gebäude keine Seitenfenster haben würde, wie man am Plakat der Baustelle noch erkennen kann, sondern dass das gesamte natürliche Licht von oben einfallen würde. Die letzte architektonische Änderung war ein unabhängiger Zugang für das Frauengebet in die Moschee, da es Menschen innerhalb der muslimischen Gemeinschaft, gibt denen es so lieber ist, erklärt Caliskan.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><div id="attachment_4048" style="width: 1034px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-4048" loading="lazy" class="wp-image-4048 size-large" src="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-collage-2-1024x512.jpg" alt="" width="1024" height="512" srcset="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-collage-2-1024x512.jpg 1024w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-collage-2-300x150.jpg 300w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-collage-2-768x384.jpg 768w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-collage-2.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-4048" class="wp-caption-text">So wird House of One von innen aussehen. © KuehnMalvezzi</p></div></p>
<h2><span style="color: #008000;">Jeder soll sich wohl fühlen, jede Option wird respektiert</span></h2>
<p>Jede Option wird respektiert. Und es ist nicht leicht, das in einem Gebäude zu reflektieren. Das <strong>KuehnMalvezzi Studio</strong>, das die Ausschreibung für den Bau gewonnen hat, arbeitet Hand in Hand mit Vertretern der <strong>interreligiösen Stiftung</strong>, damit ihnen nichts entgeht. Und sie haben keine andere Wahl, als das Gebäude häufig neu zu planen oder Aspekte hinzuzufügen, die zuvor nicht berücksichtigt wurden.</p>
<p><strong>Der Grundstein wird erst im April 2020</strong> gelegt, aber das Baugrundstück wurde bereits vor mehr als zehn Jahren vom Land Berlin zur Verfügung gestellt. Es ist nicht nur einer der vielen Grundstücke, die im Herzen der Stadt frei bleiben, die sich architektonisch immer noch von der Nachkriegszeit und dem Mauerfall erholt.</p>
<p>Jetzt können Sie auf dem <strong>Petriplatz, ganz in der Nähe des Fernsehturms</strong> der Stadt, die Fundamente einer von der <strong>DDR</strong> zerstörten Kirche sehen, auf denen das kommunistische Regime einen Parkplatz errichtete. Die kleine Ruine, die unter der Erde versteckt war, gehört zum x-ten Wiederaufbau der ersten Kirche, die <strong>in den historischen Dokumenten Berlins</strong> zum Zeitpunkt der Geburt der Stadt im Mittelalter auftauchte. Als die Landverwaltung diese Fundamente fand, fragte sie die nahe liegende Sankt Marin-Sankt Petri Gemeinde, was sie mit diesem Ort anfangen wolle, da er in der Vergangenheit doch der Kirche gehört hatte.</p>
<blockquote>
<h4><em><span style="color: #008000;">„Eigentlich haben wir genug Kirchen. Wir wollen etwas Neues machen. Die soziale Struktur Berlins hat sich stark verändert: Wir müssen andere Religionen einbeziehen“</span></em></h4>
</blockquote>
<p>„Wir haben eigentlich genug Kirchen. Wir wollen etwas neues machen. Wir haben inzwischen ein ganz anderes Bild in Berlin, eine ganz andere Bevölkerungsstruktur: wir müssen die anderen Religionen miteinbeziehen“, antworteten sie. Und sie suchten nach Partnern, ohne genau zu wissen, was sie überhaupt mit diesem Stück Land anfangen sollten. <strong>Es waren nicht die großen Institutionen, sondern kleine Pfarreien oder Bewegungen</strong>, die zusammenkamen und ein Projekt des friedlichen Zusammenlebens entwickelten, das nun im Gange ist. Die Ruinen der letzten Kirche die hier erbaut wurde, werden auch für alle im House of One sichtbar bleiben.</p>
<p><div id="attachment_4049" style="width: 1034px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-4049" loading="lazy" class="wp-image-4049 size-large" src="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-ruina-Fernsehturm-2-1024x681.jpg" alt="" width="1024" height="681" srcset="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-ruina-Fernsehturm-2-1024x681.jpg 1024w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-ruina-Fernsehturm-2-300x200.jpg 300w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-ruina-Fernsehturm-2-768x511.jpg 768w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-ruina-Fernsehturm-2.jpg 1733w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-4049" class="wp-caption-text">Reste der letzten Kirche die auf dem Petriplatz erbaut wurde, mit dem Fernsehturm im Hintergrund. © Salam Plan</p></div></p>
<h2><span style="color: #008000;">Antisemitismus ist um 20% gestiegen</span></h2>
<p>Das Bundesministerium des Innern hat in dieser Woche die <a href="https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/pressemitteilungen/DE/2019/05/pmk-2018.html"><span style="color: #0000ff;">Zahlen der politisch motivierten Kriminalität</span></a> veröffentlicht. Sie umfassen Hassstraftaten, unter denen <strong>antisemitische Fälle </strong>um fast 20% gestiegen sind: 1.800 in 2018. <strong>Islamfeindlichkeit</strong> ging leicht zurück, von 1.075 Straftaten im Jahr 2017 auf 910 im vergangennen Jahr. Auch <strong>Christen</strong> in Deutschland wurden wegen ihres Glaubens angegriffen, wenn auch zu einem viel geringeren Anteil: 121 Straftaten wurden 2018 und 129 im Vorjahr registriert. Diese beiden letzten Arten von Hasskriminalität werden erst seit 2017 gemessen.</p>
<p>Wurde das Team des House of One für ihr Projekt bedroht? Sie haben keine außergewöhnliche Drohungen erfahren, hauptsächlich einige Kommentare auf ihrer Facebookseite, sagt Caliskan. Seine Kollegin Esther Hirsch erklärt, dass die meisten Hassbotschaften dadurch motiviert sind, weil der muslimische Partner des Projektes das Forum Dialog ist, welches zur <strong>Hizmet-Bewegung</strong> gehört, die besser unter dem Namen ihres Leiters, <strong>Fetthullah Gülen</strong>, bekannt ist.</p>
<p>Seit dem Putschversuch gegen <strong>Erdogan</strong> in der Türkei im Jahr 2016 hat seine Regierung eine alle türkischen Bürger verfolgt, die der Bewegung angehören oder Sympathisanten von Gülen sind, da er sie für den Versuch verantwortlich hält und sie für Terroristen hält. Diese Anschuldigungen, die nur in wenigen Fällen vor Gericht gebracht wurden, bedeuteten in Wirklichkeit die Entlassung von Tausenden von Richtern, Anwälten, Professoren und anderen Fachleuten von ihren öffentlichen Ämtern. Die <strong>Türkei</strong> gibt zu, 15.000 Menschen gekündigt zu haben, während <strong>Amnesty International</strong> 130.000 Menschen gezählt hat, aufgrund ihrer Aufforderung zur Rückkehr an ihren Arbeitsplatz, so die Nachrichtenagentur Europa Press.</p>
<p>House of One hält sich von dem fern, was es als <strong>„politisches Problem“</strong> definiert. Andererseits begann das Projekt lange vor dem gescheiterten Putsch. Derzeit ist es die einzige größere Kontroverse, die sie begleitet, und sie glauben nicht, dass ihre interreligiöse Gemeinde in der Mehrheit der Bevölkerung Ablehnung hervorruft. Ihrer Ansicht nach, je offener sie über das Projekt sind, desto besser wird es aufgenommen werden.</p>
<p><div id="attachment_4050" style="width: 1034px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-4050" loading="lazy" class="wp-image-4050 size-large" src="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-3-Baustelle-2-1024x681.jpg" alt="" width="1024" height="681" srcset="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-3-Baustelle-2-1024x681.jpg 1024w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-3-Baustelle-2-300x200.jpg 300w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-3-Baustelle-2-768x511.jpg 768w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-3-Baustelle-2.jpg 1733w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-4050" class="wp-caption-text">Die drei Sprecher der drei Religionen vor dem Baugrundstück des House of One. © Salam Plan</p></div></p>
<h2><span style="color: #008000;">Finanziert durch Crowdfunding und Subventionen</span></h2>
<p>Derzeit haben sie fast <strong>10 Millionen Euro nur durch private Spender</strong> aus der ganzen Welt gesammelt &#8211; „wirklich“, unterstreicht Hirsch, ohne große Spenden von Institutionen oder Organisationen entgegenzunehmen. Diese wurden abgelehnt, um die Neutralität des Projektes zu bewahren.</p>
<p>Weitere 10 Millionen wurden vom <strong>Land Berlin</strong> bereitgestellt und andere 10 vom <strong>Staat</strong>. Noch 10 Millionen mehr brauchen sie, um den Bau vervollständigen zu können und sie erwarten dieses Geld von weiteren kleinen Spenden zu erhalten.</p>
<p>Während sie sich auf die Grundsteinlegung mit einem Countdown auf ihrer <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://house-of-one.org/de">Website</a> </span>freuen, fördern sie ihre Arbeit für ein friedliches Zusammenleben bereits von einem nahe gelegenen Hauptsitz und einem zusätzlichen Büro aus. Unter anderem, bekommen sie Schülerbesuche oder organisieren gemeinsame Feiern; das nächstgeplante offene Treffen ist eine Friedensandacht für die <strong>„Freiheit des Glaubens“, so wie es im Artikel 4 des deutschen Grundgesetzes lautet</strong>, das jetzt 70 Jahre alt ist. Es wird nächsten Dienstag, den 21. Mai, um 17 Uhr stattfinden (für weitere Informationen klicken Sie <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://house-of-one.org/de/veranstaltung/freiheit-des-glaubens">hier</a></span>). Dieses Mal wird es in einer Kirche sein, aber die Veranstaltungen variieren ihren Ort im Moment, so dass sie manchmal in einer Bibliothek, in einer Moschee oder an einem anderen Platz stattfinden, den sie zur Verfügung finden können.</p>
<p>House of One ist kein Projekt für Berlin, auch nicht für die Deutschen. <strong>Es ist ein Projekt für Menschen aus der ganzen Welt.</strong> Und sicher werden nicht nur die Berliner neugierig darauf sein, sondern auch die wachsende Zahl der Touristen, die die deutsche Hauptstadt jedes Jahr besuchen. 2018 brachen sie mit <strong>13,5 Millionen Besuchern</strong> ihren Rekord.</p>
<p>Wer sich schon den Petriplatz ansehen möchte, kann vorerst die Fundamente der zerstörten Kirche beobachten. Aber in ein paar Jahren &#8211; sie wagen es nicht, eine bestimmte Zahl festzulegen &#8211; wird eine anspruchsvolle interreligiöse Gemeinde die <em>Skyline</em> von Berlins Stadtzentrum verändern.</p>
<h4 style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><em>&gt;&gt;&gt; Verpassen Sie nicht ein anderes Projekt, das Berlin revolutioniert: eine Moschee, die von einer Imamin geführt wird, die unter Morddrohungen lebt. Folgen Sie Salam Plan &#8211; &#8222;Journalismus gegen Hass&#8220; auf <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://twitter.com/SalamPlan">Twitter</a> </span>und <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://www.facebook.com/SalamPlanCommunity">Facebook</a></span>, um auf dem Laufenden zu bleiben &lt;&lt;&lt;</em></span></h4>
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		<title>Alicia und Aladdin, die ehrliche Liebesgeschichte einer Katholikin und einem Muslimen</title>
		<link>https://salamplan.com/de/wie-du/valentinstag-alicia-und-aladdin-die-ehrliche-liebesgeschichte-einer-katholikin-und-einem-muslimen/20190214</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Maria Torrens]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Feb 2019 12:46:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wie Du]]></category>
		<category><![CDATA[Aladdin Bennouna]]></category>
		<category><![CDATA[Alicia López]]></category>
		<category><![CDATA[Casablanca]]></category>
		<category><![CDATA[Christenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Hassrede]]></category>
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		<category><![CDATA[Migration]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Alicia kann nicht aufhören zu lächeln. Aladdin macht Witze und lacht freudig. Sie haben soviel Energie, dass niemand sagen würde es seien erst zehn Tage her, seitdem sie Eltern geworden sind. Amelia schläft friedlich neben ihren Eltern, während sie an einem kalten Januarmorgen in einer Cafeteria von Madrid mit Salam Plan reden. Sie teilen gerne ihre Liebesgeschichte zum Valentinstag mit. &#62;&#62;&#62; Folgen Sie Salam Plan- &#8218;Journalismus gegen Hass&#8216;- auf  Twitter oder Facebook ! Und erhalten Sie mehr Inhalte auf Englisch oder Spanisch&#60;&#60;&#60; Sie werden nur einige Wochen in der spanischen Hauptstadt bleiben, wo sie zur Geburt des Babys gekommen sind, um bei Alicias Familie zu sein. Aber das Paar wohnt in Luxemburg, wo beide im Finanzsektor arbeiten. Hätten sie gedacht,...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Alicia kann nicht aufhören zu lächeln. Aladdin macht Witze und lacht freudig. Sie haben soviel Energie, dass niemand sagen würde es seien erst zehn Tage her, seitdem sie Eltern geworden sind. Amelia schläft friedlich neben ihren Eltern, während sie an einem kalten Januarmorgen in einer Cafeteria von <strong>Madrid</strong> mit <a href="http://salamplan.com"><span style="color: #0000ff;">Salam Plan</span></a> reden. Sie teilen gerne ihre Liebesgeschichte zum Valentinstag mit.<span id="more-3095"></span></p>
<h4 style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><em>&gt;&gt;&gt; Folgen Sie Salam Plan- &#8218;Journalismus gegen Hass&#8216;- auf  <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://twitter.com/salamplan">Twitter</a></span> oder <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://www.facebook.com/SalamPlanCommunity/">Facebook</a></span> ! Und erhalten Sie mehr Inhalte auf Englisch oder Spanisch&lt;&lt;&lt;</em></span></h4>
<p>Sie werden nur einige Wochen in der spanischen Hauptstadt bleiben, wo sie zur Geburt des Babys gekommen sind, um bei Alicias Familie zu sein. Aber das Paar wohnt in <strong>Luxemburg</strong>, wo beide im Finanzsektor arbeiten. Hätten sie gedacht, als sie sich kennengelernt haben, dass es hierzu führen würde: verheiratet, mit einer Tochter und im Großherzogtum?, fragt die Journalistin. Sie schauen sich an und lachen. <strong>Dies ist eine echte Liebesgeschichte auf den ersten Blick</strong>. Obwohl eigentlich geplant war in Marokko zu bleiben, wo sie sich trafen und wo Aladdin herstammt.</p>
<p>Alicia kommt aus Madrid (Spanien) und war in <strong>Casablanca</strong> (Marokko), wo sie ihren Master in Bank- und Finanzmärkten studierte und bald abschliessen würde. Ihre ehemalige Dozentin Maite rief sie eines Tages an und fragte, ob sie etwas zu tun habe, erinnert sich Alicia. Glücklicherweise hatte sie für diesen Abend keine Pläne; sonst wäre sie nicht zum Abendessen gegangen das die Lehrerin für ihre Alumni organisiert hatte und sie hätte Aladdin nicht kennengelernt.</p>
<blockquote>
<h4><em><span style="color: #008000;">Alicias ehemalige Dozentin rief sie eines Tages an und fragte, ob sie etwas zu tun habe. Glücklicherweise nicht, denn sonst hätte sie Aladdin nicht kennengelernt</span></em></h4>
</blockquote>
<p>Er war ein ehemaliger Student des ersten Jahres dieses Master-Studiums, den sie sechs Jahre später absolvieren würde. Sobald sie vorgestellt wurden, begann ihre Story. Er wurde von Alicias Lächeln bezaubert&#8230; und von ihrem französischen Akzent, die Sprache die sie miteinander teilen. Sie war fasziniert von der Gelassenheit und Reife eines jungen Mannes, der ihr einen guten Rat gab als sie sich verloren fühlte um sich für ein Praktikum zu entscheiden. „Ich habe ihr geraten, in Marokko zu bleiben“, lacht Aladdin. Er fragte Alicia nach ihrer Telefonnummer und sie haben dann langsam begonnen zusammen auszugehen.</p>
<p>Fast vier Jahre später lachen sie ununterbrochen, wie gute Komplize. Alicia López ist jetzt 29 Jahre alt und Aladdin Bennouna ist 34. Sie ist Katholikin, er ist Muslim.</p>
<p>Während sie sich besser kennenlernten, erinnert sich Alicia daran, dass sie „gern“ über den <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://salamplan.com/de/category/abc-des-islams"><strong>Islam</strong></a></span> „fragte, um zu erfahren, womit ich mich einliess“, weil sie keine „Expertin“ der Religion ihres Partners war und sie nicht vertraute was im Internet darüber zu finden war.</p>
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<h4><em><span style="color: #008000;">Er wurde von Alicias Lächeln bezaubert&#8230; und von ihrem französischen Akzent. Sie war fasziniert von der Gelassenheit und Reife eines jungen Mannes, der ihr einen guten Rat gab als sie sich verloren fühlte</span></em></h4>
</blockquote>
<p>„Wir haben uns auch nach und nach in diesem Aspekt kennengelernt. Beide Religionen können sich gegenseitig ergänzen, sie haben Konvergenzpunkte. Ich habe begriffen, dass das Wichtigste das war, was ich für Aladdin empfand, und seine Werte, die sich meine sehr ähneln. Um unser ganzes Leben zusammen zu sein, so Gott will, muss man den eigenen Seelenverwandten finden, und das geschah gerade mit einer Person einer anderen Religion, aus einem anderen Land, aber (ich bin) <strong>überglücklich</strong>“, sagt sie.</p>
<p>„Respekt für die Eltern und dieFamilie“, Solidarität, nicht lügen, an einem Gott als Schöpfer und Beschützer zu glauben &#8230; sind einige der <strong>Werte</strong>, die von ihnen als Gemeinsamkeiten genannt werden. Sie teilen natürlich auch mehr irdische Dinge. Sie lieben es, sich ab und zu ein Abendessen in einem guten Restaurant zu gönnen und gemeinsam zu verreisen. Sie empfehlen <strong>Peru</strong> und <strong>Chile</strong>, Ziele ihrer Flitterwochen.</p>
<blockquote>
<h4><em><span style="color: #008000;">„ Ich habe begriffen, dass das Wichtigste das war, was ich für Aladdin empfand, und seine Werte, die sich meine sehr ähneln“</span></em></h4>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #008000;">&#8212; Alicia</span></p>
<h4><em><span style="color: #008000;">„ Ich werde dich nicht ändern. Ich werde dich nicht zwingen, zu meiner Religion zu wechseln, das ist auch nicht der Islam“</span></em></h4>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #008000;">&#8212; Aladdin</span></p>
</blockquote>
<p>Aladdin zweifelte nicht an dem Unterschied ihrer Religionen. „Nein, weil ich dich nicht ändern werde. Ich werde dich nicht zwingen, zu meiner Religion zu wechseln, das ist auch nicht der Islam“, erklärt er. „Ich respektiere ihre Religion sehr, wenn sie zu Hause betet oder in die Kirche geht, gehe ich mit ihr, problemlos“. Zuhause betet jeder einzeln und Aladdin liebt es, seine Frau „in der Nähe Gottes“ zu sehen.</p>
<p>Der Heiratsantrag war traditionell, in Anwesenheit beider Familien. „Der <strong>Überraschungseffekt</strong> kam (vorher), als er mich fragte ‚welchen Ring magst du am liebsten?‘“, Lacht Alicia. Zu wissen, warum sie sich treffen würden, machte den Moment nicht weniger emotionsgeladen: „Aladdin hielt eine Rede vor allen und wir haben alle geweint“, erinnert sich seine Frau.</p>
<p><div id="attachment_3102" style="width: 1034px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-3102" loading="lazy" class="wp-image-3102 size-large" src="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/02/Boda-Aladin-y-Alicia-collage-3-1024x1024.jpg" alt="" width="1024" height="1024" srcset="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/02/Boda-Aladin-y-Alicia-collage-3-1024x1024.jpg 1024w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/02/Boda-Aladin-y-Alicia-collage-3-150x150.jpg 150w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/02/Boda-Aladin-y-Alicia-collage-3-300x300.jpg 300w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/02/Boda-Aladin-y-Alicia-collage-3-768x768.jpg 768w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/02/Boda-Aladin-y-Alicia-collage-3.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-3102" class="wp-caption-text">Fusion der Kulturen in Aladdins und Alicias Hochzeit. Familienfotos</p></div></p>
<p>Alicia erzählt, dass ihre Eltern ihr immer die Freiheit gegeben haben, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, und sie haben <strong>überhaupt kein Problem</strong> gestellt. „Meine Eltern haben viel in arabischen Ländern gelebt. Mein Vater wurde (auch als Diplomat) in Mauretanien, Senegal, Marokko eingesetzt &#8230; Ich denke, das trägt viel zur Aufgeschlossenheit bei“, sagt sie.</p>
<p>Aladdins Eltern waren auch glücklich mit der Hochzeit. „Und es stimmt: Es gibt einen Unterschied in der Religion, aber in unserer Religion kannst du eine Frau heiraten, die an eine ‚Religion des Himmels‘ glaubt, die keine Atheistin oder Buddhistin ist &#8230; Weil man in der muslimischen Religion auch [gewissermaßen] an den anderen Religionen glauben muss“, erklärt er.</p>
<blockquote>
<h4><span style="color: #008000;">„Der Fehler ist, Politik und Religion zu vermischen. Natürlich müssen sich Migranten an die Gesetze des Landes anpassen. Diese Gesetze sollten auch nicht eine Religion gegenüber einer anderen vorziehen“</span></h4>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #008000;">&#8212; Aladdin</span></p>
</blockquote>
<p>Sie heirateten 2017. Die standesamtliche Trauung fand in Spanien statt, und der festlichste Teil in Marokko. Das Hochzeitsfest teilte „den Reichtum der marokkanischen Kultur&#8220; mit den Gästen, sagt Alicia.</p>
<p>Sie glaubt, die <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://salamplan.com/de/category/islamfeindlichkeit">Hassrede</a></span> von Parteien wie die spanische <strong>Vox</strong> sein hauptsächlich auf ein „Klima der Instabilität&#8220; in den Grenzgebieten von Marokko und Spanien zurückzuführen, was ihrer Ansicht nach ein schlechtes Management der irregulären Einwanderung darstellt. „Der Fehler ist, <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://salamplan.com/de/islamfeindlichkeit/seehofer-sagt-jetzt-muslime-gehoeren-selbstverstaendlich-zu-deutschland/20181128">Politik und Religion</a></span> zu vermischen (&#8230;). Natürlich müssen sich Migranten an die Gesetze des Landes anpassen. Diese Gesetze sollten auch nicht eine Religion gegenüber einer anderen vorziehen“, meint Aladdin.</p>
<p>Er spricht gern mit seine Baby-Tochter über Politik, wenn er sie einschläft, weil Singen nicht sein Ding ist, gibt er zu. „Ich sage zu ihr: ‚Mal sehen, worüber willst du reden? <strong>Brexit</strong>?‘“, lacht der Papa. „Manchmal mag sie‘s nicht und wir wechseln das Thema“, lacht er weiter. Schlaflieder bleiben der Mama überlassen.</p>
<blockquote>
<h4><span style="color: #008000;">„Amelia ist Muslimin, aber sie wird in einem Umfeld aufwachsen, in dem niemand sagen wird: ‚Das ist nicht so‘. Es wird eine Atmosphäre des Respekts und Verständnisses der beiden Religionen geben“</span></h4>
</blockquote>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #008000;">&#8212; Alicia</span></p>
<p>Die kleine Amelia ist Muslimin, etwas, worüber ihre Eltern bereits gesprochen hatten, als sie beschlossen eine <strong>Familie</strong> zu gründen. Weihnachten und das Opferfest werden jedoch gleichermaßen in ihrem Haus gefeiert werden, weil sie zu den Traditionen und Kulturen seiner Großeltern gehören, erklärt ihre Mutter. „Sie wird in einem internationalen Umfeld aufwachsen, in dem niemand sagen wird: ‚Das ist nicht so‘. Es wird eine Atmosphäre des Respekts und Verständnisses der beiden Religionen geben“, sagt Alicia.</p>
<p>Amelia ist während des gesamten Interviews nicht aufgewacht und auch nicht, als ihre Eltern sie in den Arm genommen haben, um mit ihnen auf einigen Bildern zu erscheinen. Sie ist ruhig während ihre fürsorglichen Eltern sie verzaubert anschauen.</p>
<h4 style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><em>&gt;&gt;&gt; Folgen Sie Salam Plan- &#8218;Journalismus gegen Hass&#8216;- auf  <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://twitter.com/salamplan">Twitter</a></span> oder <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://www.facebook.com/SalamPlanCommunity/">Facebook</a></span> ! Und erhalten Sie mehr Inhalte auf Englisch oder Spanisch&lt;&lt;&lt;</em></span></h4>
<p><div id="attachment_3103" style="width: 1034px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-3103" loading="lazy" class="wp-image-3103 size-large" src="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/02/cierre-3-1024x697.jpg" alt="" width="1024" height="697" srcset="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/02/cierre-3-1024x697.jpg 1024w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/02/cierre-3-300x204.jpg 300w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/02/cierre-3-768x523.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-3103" class="wp-caption-text">Alicia und Aladdin spazieren durch Madrid mit Amelia. © Salam Plan</p></div></p>
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		<title>Seehofer sagt jetzt: „Muslime gehören selbstverständlich zu Deutschland&#8220;</title>
		<link>https://salamplan.com/de/islamfeindlichkeit/seehofer-sagt-jetzt-muslime-gehoeren-selbstverstaendlich-zu-deutschland/20181128</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Maria Torrens]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Nov 2018 21:47:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Islamfeindlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Aiman Mazyek]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Islam Konferenz (DIK)]]></category>
		<category><![CDATA[Ercan Karakoyun]]></category>
		<category><![CDATA[Gülenbewegung]]></category>
		<category><![CDATA[Horst Seehofer]]></category>
		<category><![CDATA[House of One]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralrat der Muslime in Deutschland]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bundesinnenminister Horst Seehofer betonte dies in der Deutschen Islam Konferenz (DIK) die zwischen diesen Mittwoch und Donnerstag stattfindet. Nur vor acht Monaten hatte er genau das Gegenteil behauptet.„Eines habe ich allerdings immer sehr deutlich betont: Die hier lebenden Muslime gehören selbstverständlich zu Deutschland. Muslime haben selbstverständlich die gleichen Rechte und die gleichen Pflichten wie alle Bürger dieses Landes. Daran kann es doch gar keinen vernünftigen Zweifel geben&#8220;, sagte Seehofer zur Eröffnung der DIK. „Muslime haben selbstverständlich die gleichen Rechte und die gleichen Pflichten wie alle Bürger dieses Landes. Daran kann es doch gar keinen vernünftigen Zweifel geben&#8220; Der CSU- Politiker hatte im März dieses Jahres der Bild Zeitung noch gesagt: „Muslime gehören nicht zu Deutschland&#8220;. Vor Jahrzenten gibt es in...</p>
<p>La entrada <a rel="nofollow" href="https://salamplan.com/de/islamfeindlichkeit/seehofer-sagt-jetzt-muslime-gehoeren-selbstverstaendlich-zu-deutschland/20181128">Seehofer sagt jetzt: „Muslime gehören selbstverständlich zu Deutschland&#8220;</a> se publicó primero en <a rel="nofollow" href="https://salamplan.com/de">Salam  Plan</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Bundesinnenminister Horst Seehofer betonte dies in der <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="http://www.deutsche-islam-konferenz.de/DIK/DE/Startseite/startseite-node.html"><strong>Deutschen Islam Konferenz (DIK)</strong></a></span> die zwischen diesen Mittwoch und Donnerstag stattfindet. Nur vor acht Monaten hatte er genau das Gegenteil behauptet.<span id="more-2561"></span>„Eines habe ich allerdings immer sehr deutlich betont: Die hier lebenden Muslime gehören selbstverständlich zu Deutschland. Muslime haben selbstverständlich die gleichen Rechte und die gleichen Pflichten wie alle Bürger dieses Landes. Daran kann es doch gar keinen vernünftigen Zweifel geben&#8220;, sagte Seehofer zur <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/reden/DE/2018/11/rede-dik-20181128.html;jsessionid=889A723C62EC66DD34E4408AAA6A54D5.2_cid287">Eröffnung der DIK</a></span>.</p>
<blockquote>
<h4><span style="color: #008000;">„<em>Muslime haben selbstverständlich die gleichen Rechte und die gleichen Pflichten wie alle Bürger dieses Landes. Daran kann es doch gar keinen vernünftigen Zweifel geben&#8220;</em></span></h4>
</blockquote>
<p>Der CSU- Politiker hatte im März dieses Jahres der <em>Bild</em> Zeitung noch gesagt: „Muslime gehören nicht zu Deutschland&#8220;. Vor Jahrzenten gibt es in Deutschland eine zahlreiche muslimische Bevölkerung und viele von ihnen sind deutsche Staatsbürger.</p>
<p>2015 gab es zwischen 4,4 und 4,7 Millionen <strong>Muslime in Deutschland und deutsche Muslime</strong>, laut einer Umfrage des Bundesministerium für Migration. Viele von ihnen sind Türken oder aus türkischer Stammung, da sie der grössten Minderheitsgruppe in Deutschland zugehören: 2,8 Mio Einwohner, von denen fast die Hälfte Deutsche sind. Eine Studie des amerikanischen <strong>Pew Research Center</strong> von 2016 zeigte es gäbe rund um die 5 Mio muslimische Einwohner.</p>
<blockquote>
<h4><em><span style="color: #008000;">&#8222;Zu schnell werden Integrationsprobleme oder Konflikte im Zusammenleben mit neu Zugewanderten dem Islam insgesamt zugerechnet.</span> <span style="color: #008000;">Sorgfältige Differenzierung ist aber dringend notwendig&#8220;</span></em></h4>
</blockquote>
<p>„Es sind aber nicht nur die reinen Zahlen: Zu schnell werden Integrationsprobleme oder Konflikte im Zusammenleben mit neu Zugewanderten dem Islam insgesamt zugerechnet. Auch schwere Straftaten, die von einzelnen Zuwandern begangen worden sind, werden zum Teil sehr undifferenziert thematisiert&#8220;, argumentierte Seehofer. Er fügte hinzu: „Sorgfältige Differenzierung ist aber dringend notwendig: Zwischen den Taten Einzelner, die mit allen Mitteln des Rechtsstaates verfolgt werden müssen, und der weit überwiegenden Mehrzahl der Muslime in unserem Land&#8220;.</p>
<p>Der Vorsitzende des <strong>Zentralrates der Muslime in Deutschland (ZMD), Aiman Mazyek</strong>, betonte im Interview mit <em>Bayern 2- Radio Welt</em>: „Wir sind ein Teil dieser Gesellschaft und wir lassen uns nicht von den Ewiggestrigen, von Extremisten, übrigens auch muslimischen Extremisten, auseinander dividieren&#8220;. Mazyek nahm am öffentlichen Auftakt Podium der DIK Teil.</p>
<h4 style="text-align: center;"><em><span style="color: #008000;">&gt;&gt;&gt; Folgen Sie Salam Plan- &#8218;Journalismus gegen Hass&#8216;- auf  <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://twitter.com/salamplan">Twitter</a></span> oder <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://www.facebook.com/SalamPlanCommunity/">Facebook</a></span> &lt;&lt;&lt;</span></em></h4>
<p>Die Regierung sei „<strong>nicht Vormund, sondern Brückenbauer&#8220;</strong>, betonte Bundesinnenminister und rief sogleich die Muslimischen Gemeinden dazu auf ausländische Finanzierung und Einfluss zu verzichten. Etwa 970 Imame in Deutschland werden von der Türkei bezahlt, laut einer Reportage von Welt am Sonntag.</p>
<p>Der extraoffizielle Sprecher der <strong>Gülenbewegung</strong> in Deutschland, <strong>Ercan Karakoyun</strong>, betonte diese Woche während einer Reise nach Madrid, dass „der lange Arm Erdogans&#8220; und seine „Hexenjagd&#8220; nach dem Putschversuch bis Deutschland angekommen sei. Folger dieser Bewegung, die als „Terroristen&#8220; vom türkischen Präsidenten bezeichnet werden, <strong>dürften nicht in mehr als 1.000 Moschen zum Gebet gehen</strong>. Sie leiden auch an Boykottaufrufe oder Erpressung, so Karakoyun, ein Deutscher türkischer Herkunft. 60% der Türken in Deutschland (1,5 Mio) haben in der letzten Präsidentschaftswahl Recep Tayyip Erdogan gewählt.</p>
<blockquote>
<h4><span style="color: #008000;">&#8222;<em>Deutschlands Muslime müssen nicht nur Organisation und Finanzierung ihrer Gemeinden selbst in die Hand nehmen, sondern auch die Ausbildung von Imamen an ihre Bedürfnisse anpassen&#8220;</em></span></h4>
</blockquote>
<p>Seehofer sprach in der DIK über einer <strong>notwendigen Ersetzung der „ausländische(n) Einflussnahme</strong> (&#8230;): Deutschlands Muslime müssen nicht nur Organisation und Finanzierung ihrer Gemeinden selbst in die Hand nehmen, sondern auch die Ausbildung von Imamen an ihre Bedürfnisse anpassen&#8220;. Der <strong>Haushalt für 2019 hat einen Förderansat für „Moschen zur Integration&#8220;</strong> verabschiedet, unter dem Motto „Öffnen, Vernetzen, Kooperieren&#8220;, betonte Seehofer.</p>
<h2><span style="color: #008000;">Zentralrat der Muslime: „Höchste Zeit selbst aktiv zu werden&#8220;</span></h2>
<p>„Ich glaube, es ist höchste Zeit, dass die Muslime in Deutschland selbst aktiv werden. Nach dem Vorbild des jüdischen Zukunftskongresses könnte man einen islamischen Zukunftskongress organisieren&#8220;, hatte <strong>Mazyek</strong> schon am Tag davor in einem anderen Interview mit der <em>Neuen Osnabrücker Zeitung</em> signalisiert.</p>
<p>Ein ökumenischer Tempel für Juden, Muslime und Christen wird zurzeit auf dem Petriplatz von Berlin erbaut. Der „<strong>House of One&#8220;</strong> soll zum interreligiösen aber auch zu intrareligiösen Dialog dienen, und habe vor Kurzem 10 Mio Euro vom deutschen Staat dazu erhalten. Diese kommen zu anderen 8 Mio dazu, die per Crowdfunding eingesammelt worden waren um unabhängig zu bleiben, erklärte Karakoyun vom Arco Forum in Madrid eingeladen. Die Gülenbewegung ist im Moment der muslimische Bestandteil dieses Projektes.</p>
<p>Zur Frage ob auch Befürworter Erdogans willkommen sein, lächelte er und behauptete: „<strong>Wir versuchen das Haus jeden zu öffnen</strong>, das ist ein zentraler Bestandteil der Karta des Hauses. Das heisst, wir wollen Shiiten einbinden, Aleviten, afrikanische Muslime, deutsche Muslime einbinden. Wir wollen auch andere Religionen miteinbinden&#8220;.</p>
<p>Was der DIK betrifft, hat Seehofer darauf am Mittwoch hingewiesen, dass die Konferenz von nun an auch muslimischen Vertretern und Aktivisten offen steht, die nicht unbedingt einer großen Organisation angehören und auch christliche und jüdische Sprecher in die Debatten einbezogen werden.</p>
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