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	<title>Türkei &#8211; Salam  Plan</title>
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	<description>Journalismus gegen Hass</description>
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	<title>Türkei &#8211; Salam  Plan</title>
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		<title>Die Imamin die eine Moschee in Berlin gründete und unter Morddrohungen lebt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Maria Torrens]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 May 2019 13:27:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Islamfeindlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seyran Ates wäre fast in einem Anschlag in 1984 umgekommen, als sie eine Beratungsstelle von Frauen aus der Türkei mit nur 21 Jahren führte. 2006 wurde diese Rechtsanwältin nach einem Gerichtstermin angegriffen und sie erlitt erneut Morddrohungen. Seitdem steht sie unter Personenschutz. Die Drohungen stiegen aber als sie vor zwei Jahren eine Moschee in der deutschen Hauptstadt gründete. &#62;&#62;&#62; Folgen Sie Salam Plan &#8211; &#8222;Journalismus gegen Hass&#8220; auf Twitter und Facebook &#60;&#60;&#60; Sie ist die erste Imamin Deutschlands. Ist das denn möglich? Traditionnell machen nur Männer diesen Job, aber es gibt Muslime, die dafür stehen Frauen seien ebenfalls dazu berechtigt. Es existieren auch andere Einzelfälle von Imaminen in Ländern wie Dänemark oder den Vereinigten Staaten die sich in den letzten...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seyran Ates</strong> wäre fast in einem Anschlag in 1984 umgekommen, als sie eine Beratungsstelle von Frauen aus der Türkei mit nur 21 Jahren führte. 2006 wurde diese Rechtsanwältin nach einem Gerichtstermin angegriffen und sie erlitt erneut Morddrohungen. Seitdem steht sie unter Personenschutz. Die Drohungen stiegen aber als sie vor zwei Jahren eine Moschee in der deutschen Hauptstadt gründete.<span id="more-4057"></span></p>
<h4 style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><em>&gt;&gt;&gt; Folgen Sie Salam Plan &#8211; &#8222;Journalismus gegen Hass&#8220; auf <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://twitter.com/SalamPlan">Twitter</a></span> und <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://www.facebook.com/SalamPlanCommunity">Facebook</a></span> &lt;&lt;&lt;</em></span></h4>
<p>Sie ist die erste Imamin Deutschlands. Ist das denn möglich? Traditionnell machen nur Männer diesen Job, aber es gibt Muslime, die dafür stehen Frauen seien ebenfalls dazu berechtigt. Es existieren auch andere <strong>Einzelfälle von Imaminen</strong> in Ländern wie Dänemark oder den Vereinigten Staaten die sich in den letzten Jahren gegen diesem <em>Statu Quo</em> rebellierten.</p>
<p>Ates unterstreicht ihre Moschee sei für alle Muslime offen, auch für Dialog mit anderen Religionen und Atheisten. Denn Teil ihres Zieles ist für den <strong>Frieden unter Religionen</strong> und verschiedener Weltanschaungen zu arbeiten. In der Tat, habe sie vor Kurzem den katholischen Sankt Jakobspilgerweg mit einer gemischten Gruppe angefangen und wolle bald weiter damit machen.</p>
<p>Ihre Moschee, die ihren Platz <strong>in einem freien, sekulären Raum einer evangelischen Gemeinde</strong> gefunden hat, war Ziel einer Fatwa (islamische Rechtsauskunft) aus Ägypten, die sie für nicht muslimisch gesprochen hat. Dagegen sagt Ates ihre Ansicht sei nicht etwas aussergewöhnliches innerhalb der muslimischen Gesellschaft, gibt dennoch zu sie könnte in einen neuen Zweig des Islams münden.</p>
<p>Islam sei für sie auf jeden Fall ein Teil Deutschlands, sie sei aber gegen dem „politischen Islam“, der Religion und Staat mischt und den sie für gleich gefährlich wie Rechts- oder Linksextremisten hält. <span style="color: #008000;"><a style="color: #008000;" href="http://salamplan.com">Salam Plan</a></span> trifft sie in der <strong>Ibn Rushd -Goethe Moschee</strong> im Berlinerbezirk von Alt Moabit kurz vor den Europawahlen. Den „etablierten Parteien“ in Europa bittet sie sich in den Spiegel zu schauen bevor sie die „Rechtspopulisten“ für ihre Meinungen zum Islam oder Migration zu kritisieren.</p>
<div id="attachment_4065" style="width: 1034px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-4065" loading="lazy" class="wp-image-4065 size-large" src="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Treppen-1024x718.jpg" alt="" width="1024" height="718" srcset="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Treppen-1024x718.jpg 1024w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Treppen-300x210.jpg 300w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Treppen-768x538.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-4065" class="wp-caption-text">Eingang zur Ibn Rushd-Goethe Moschee, die in einem freien Raum einer evangelischen Gemeinde in Berlin Platz fand. © Salam Plan</p></div>
<p><strong>Ihre Moschee stellt sich als ein Projekt vor, das einen „progressiven und inklusiven Islam“ erlebt. Was sollen wir genau darunter verstehen?</strong></p>
<p>Der Begriff „zeigtgemässer Islam“ fasst das -glaube ich- besser zusammen, unter einem Dach. „Zeitgemäss“ in dem Sinne, dass wir den Koran und auch die Hadizen, [also] die Überlieferungen über die Aussprüche und die Taten des Propheten [Muhammads], historisch- kritisch betrachten.</p>
<p>Wir lesen all die Texte, und stellen uns die Frage: Welchen Sinn und Zweck hat das Ganze? In welcher Zeit ist es entstanden und warum? Und gilt das heute noch?</p>
<p>Und das gilt als fortführend und „liberal“, weil wir entspannter mit unserer Religion umgehen, wie vielleicht andere Menschen, die sehr orthodox ihr Leben extrem reglamentiert einrichten nach <em>halal</em> [erlaubt] und <em>haram </em>[nicht erlaubt], und sehr angstbeladen und mit vielen Verboten leben, das Diesseits eher vernachlässigen, und sich zu stark auf das Jenseits konzentrieren und entsprechend ein Druck ausüben auf Menschen, wie sie zu leben haben.</p>
<p>Wir mischen uns nicht ein. So verstehen wir den Islam, wie eine Religion ist, die sehr individualistisch ist, die darauf ausgerichtet ist, dass keine Institution, kein Mensch zwischen dem Gläubigen und Gott steht. Jeder Moslem ist für sich selbst und für sein Leben selber verantwortlich.</p>
<p>Wir setzen auf Mündigkeit und Eigenverantwortung, und das sind alles Attribute die man als „liberal“ beschreibt. Nun muss ich nicht „liberal“ genannt werden, man kann mich auch gerne „konservative“ nennen; das finde ich ja auch in Teilen: ich finde es gut Traditionen und Rituale zu haben, wenn sie uns für heute das Zusammenleben gut machen. Alles was dem Guten dient, den Frieden dient, da bin ich auf der Seite.</p>
<blockquote>
<h4><em><span style="color: #008000;">„Jeder Moslem ist für sich selbst und für sein Leben selber verantwortlich. Wir setzen auf Mündigkeit und Eigenverantwortung“</span></em></h4>
</blockquote>
<p><strong>Welche Traditionen sind nicht gut, ihrer Meinung nach?</strong></p>
<p>Die Tradition, dass Männer und Frauen nicht zusammen beten dürfen, finde ich nicht in Ordnung. Die ist eine Tradition, die das Patriarchat eingeführt hat. In Mekka, zum Beispiel, pilgern Frauen und Männer zusammen. Da laufen sie um die Kaaba gemeinsam herum und beten auch gemeinsam. Da kommen Männer und Frauen sehr oft körperlich auch zueinander. Sie berühren sich, weil es sehr eng ist und es ist gar nicht anders möglich und es gibt trotzdem nicht diese extreme Sexualisierung.</p>
<p>Ich wünschte Muslime könnten es schaffen diese ganze Spiritualität und diese ganze Selbstverständlichkeit die sie in Mekka erleben, zwischen den Geschlechtern, dass sie das auch in sonstigen Moscheen überall erleben. Das tuen wir hier. Nicht nur wir, sondern viele andere Menschen in der Welt auch.</p>
<p>Wir akzeptieren auch nicht die Tradition des Kopftuchtragens als eine Pflicht; wir akzeptieren auch nicht, dass Menschen nicht schwul oder lesbisch oder transgender sein dürfen.</p>
<p><strong>Einerseits gibt es viele Muslime in Europa, die wie sie in diesem Sinne denken. Andererseits gibt es auch viele die das Gegenteil denken und sie sind sogar deswegen unter Polizeischutz.</strong></p>
<p>Genau. Das muss man sich mal anschauen, wie traurig das ist. Ich stehe unter Personenschutz, weil wir hier Männer und Frauen zusammen beten, weil ich gegen das Kopftuchtragen als religiöse Pflicht in öffentlichen Ämtern argumentiere. Wir werden angefeindet, dass wir ein Ort geschaffen haben, wo eine Frau zum Gebet ruft; wo eine Frau vorbetet, vor einer gemischten Gruppe, und predigt. Wir machen das abwechselnd, mal ist es ein Mann, mal ist es eine Frau (&#8230;). Und dafür bekommen wir Morddrohungen. Und [auch] dafür, dass ich einen interreligiösen Dialog hier führe, also suchen wir den Frieden zwischen Religionen. Das ist schon Absurd.</p>
<p><strong>Morddrohungen.</strong></p>
<p>Morddrohungen, <em>supercommon</em>, dafür, dass man sich für den Frieden zwischen den Religionen einsetzt.</p>
<blockquote>
<h4><span style="color: #008000;"><em>„Die Tradition, dass Männer und Frauen nicht zusammen beten dürfen, finde ich nicht in Ordnung. Die ist eine Tradition, die das Patriarchat eingeführt hat. In Mekka, zum Beispiel, pilgern Frauen und Männer zusammen“</em></span></h4>
</blockquote>
<p><strong>Hatten sie erwartet, dass es so weit reichen würde?</strong></p>
<p>In Teilen schon. Ich stehe seit 2006 unter Personenschutz. Ich habe erlebt, mit 21 Jahren, dass Männer in der Lage sind eine Frau zu töten, auf Menschen zu schiessen, auf mich zu schiessen -ich bin ja schwer verletzt worden-, nur weil wir uns für Frauenrecht eingesetzt haben.</p>
<p>Das heisst, ich wusste, das es radikale, nationalistische und religiös extremistische Muslime gibt, die nicht einverstanden damit sind, dass die Geschlechter gleichberechtigt sind. Ich wusste, dass es Extremisten gibt, die ein Problem mit Homosexualität haben, und ich wusste, dass es Muslime gibt, die nicht akzeptieren, dass eine Moschee in dem Gebäude einer Kirche beziehungsweise im interreligiösen Dialog gründet.</p>
<p>Das wusste ich, und habe es geahnt, aber am Ende habe ich nicht geahnt, dass sogar ein Land wie die Türkei, Ägypten und der Iran, diese Länder regelrecht über ihre jeweiligen Kanäle -dass sie tatsächlich über Presseerklärungen unsere kleine Mosche defamieren würden. Das war schon ein Schritt weiter und hat mich am Ende aber darin bestätigt, dass ich richtig bin.</p>
<p>Ganze Länder interessieren sich für diese Moschee. Sehen sie sich das an, sie sind hier, im Raum, 100 Quadratmetern ungefähr: ein heller, friedlicher Raum, in dem Männer und Frauen zusammen kommen, Menschen zusammenkommen!</p>
<p>Gläubige und nicht Gläubige. Hier kommen Atheisten und Agnostiker, weil sie sich interessieren für das Friedensprojekt. Es ist ein Friedensprojekt. Es kommen Juden und Christen, mit denen wir hier schöne Veranstaltungen machen und (&#8230;) jeden Freitag findet hier ein Dialogzirkel statt, von alleine. Jeden Freitag, um 14 Uhr, kann jeder kommen.</p>
<div id="attachment_4063" style="width: 1034px" class="wp-caption alignnone"><img aria-describedby="caption-attachment-4063" loading="lazy" class="wp-image-4063 size-large" src="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Kirche-1024x681.jpg" alt="" width="1024" height="681" srcset="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Kirche-1024x681.jpg 1024w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Kirche-300x200.jpg 300w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Kirche-768x511.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-4063" class="wp-caption-text">Die Ibn Rushd-Goethe Moschee wurde in einem freien Raum dieser evangelischen Gemeinde in Berlin gegründet. © Salam Plan</p></div>
<p><strong>Wie ist es dazu gekommen eine Moschee hier zu gründen, im Gebäude einer evangelischen Kirche?</strong></p>
<p>Das war ein sehr glücklicher Zufall, dass ich vor einer Pfarrerkonvention einen Vortrag gehalten habe über diese Idee und am Ende, wie bei jedem Vortrag den ich zu dieser Zeit gehalten habe, gesagt habe: „Wenn sie von Räumen wissen, sagen sie mir Bescheid. Ich suche einen kleinen Raum, den ich alleine finanzieren kann“. Und da waren einige Pfarrer sofort bereit mir zu helfen und haben mir mehrere Angebote gemacht. Dieser Raum war am Ende der schönste.</p>
<p>Leider ist er nicht barrierefrei, wir sind im dritten Stock, aber wir haben jetzt ein anderes Gebäude in Aussicht [im berlinerischen Moabit Bezirk] wo wir hinkönnen, das adequat ist. Da freuen wir uns sehr.</p>
<h4 style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><em>&gt;&gt;&gt;Lesen sie auch: <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://salamplan.com/de/wie-du/drei-religionen-eine-gemeinde-auch-offen-fuer-atheisten-das-ist-die-naechste-revolution-in-berlin-house-of-one/20190518">Drei Religionen, eine Gemeinde (auch offen für Atheisten): das ist die nächste Revolution in Berlin</a></span>&lt;&lt;&lt;</em></span></h4>
<p><strong>Sie haben vorhin Ägypten, Türkei und Iran erwähnt. Als diese Mosche gegründet wurde, gab es eine Fatwabehörde in Ägypten die sie als Nicht-Muslime beurteilt hat. Diese Fatwa-Behörde, Dar al Ifta, ist mit der Universität von Al Azhar verbunden und der Grosse Imam von Al Azhar hat vor nur einigen Monaten ein Dokument über die „Brüderlichkeit aller Menschen“ zusammen mit dem Papst unterschrieben, wo sie für Dialog standen. Aber anscheinend ist es in diesem Fall überhaupt nicht dazu gekommen.</strong></p>
<p>Ich halte ihn für einen sehr verlogenen, schlechten Menschen.</p>
<p><strong>Warum?</strong></p>
<p>Weil er nicht ehrlich ist, denn er wünscht sich keine Aufklärung und keinen Frieden in der islamischen Welt. Denn wenn er das wünschen würde, würde er nicht solchen Menschen wie uns so Schlechtes tuen.</p>
<p>Ich akzeptiere ihn nicht als Autorität. Diese Fatwa hat dazu geführt, dass viele Menschen in den sozialen Medien sich ihm angeschlossen haben und uns Drohungen geschickt haben. Wenn er ein herzensguter Imam wäre, ein Mensch der fest im Glauben ist, dann würde er versuchen Licht und Liebe zu verbreiten; was er verbreitet hat ist Hass und Dunkelheit.</p>
<p>Und wenn er dann zum Papst geht und so eine Verbindung sucht oder so was verkündet, dann ist es für mich gelogen (&#8230;). Dann höre ich sowieso nur noch „Brüderlichkeit“. (&#8230;) Ich sehe da zwei Männer, die in der Orthodoxie sich verbinden, aber nicht in dem Weltfrieden, den ich mir vorstelle.</p>
<blockquote>
<h4><em><span style="color: #008000;">„Die Enstehungsgeschichte des Islams war viel progressiver als das was die Orthodoxen gerade leben. Da wir die Gleichberechtigung von Mann und Frau vorantreiben, sind wir sehr stark bei Martin Luther, sind wir bei den Protestanten, und auch den liberalen Juden“</span></em></h4>
</blockquote>
<p><strong>Sie stehen für eine Reform des Islams und ihre Moschee liegt in diesem Gebäude. Das erinnert daran wie Martin Luther mit der Reformierung der christlichen Kirche angefangen hat und eine neue Religion, oder in ein neuer Zweig der Religion, enstanden ist. Denken sie dies kann auch dazu führen?</strong></p>
<p>Man kann es teilweise tatsächlich aus dieser Perspektive betrachten und das wird vielleicht auch so entstehen, beziehungsweise wenn wir uns theologisch auseinandersetzen, das im Grunde was die Gleichberechtigung der Geschlechter anbelangt, das praktizieren was am Anfang des Islams war.</p>
<p>Die Enstehungsgeschichte des Islams war viel liberaler, viel offener, viel progressiver als das was die Orthodoxen gerade leben (&#8230;). Da wir auch die Gleichberechtigung vor Allem von Mann und Frau vorantreiben, sind wir sehr stark bei Martin Luther, sind wir bei den Protestanten, und auch den liberalen Juden.</p>
<div id="attachment_4067" style="width: 1034px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-4067" loading="lazy" class="wp-image-4067 size-large" src="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Gebetsraum-1024x682.jpg" alt="" width="1024" height="682" srcset="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Gebetsraum-1024x682.jpg 1024w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Gebetsraum-300x200.jpg 300w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Gebetsraum-768x511.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-4067" class="wp-caption-text">Seyran Ates lässt sich ungern fotografieren. Ihr ist es lieber die Moschee zu zeigen. © Salam Plan</p></div>
<p><strong>Koran auf Deutsch oder auf Arabisch?</strong></p>
<p>Auf Deutsch. Ich studiere jetzt gerade Islamwissenschaften, versuche Arabisch zu lernen.</p>
<p>Wir geben hier Arabisch Unterricht und wir sind darauf bedacht, dass jeder auf Arabisch den Text lesen kann und versuchen ihn so gut wie möglich mit vielen Übersetzungen zu erarbeiten, damit wir sehr nahe am original sind (&#8230;). Wir fördern und wünschen uns, dass die Menschen von der Unmündigkeit herausgeholt werden und ihnen die Chance gegeben wird zu verstehen woran sie glauben.</p>
<p><strong>In der Deutschen Islamkonferenz dieses Jahres behauptete Bundesinnenminister Seehofer Muslime seien ein Teil Deutschlands, im Gegenteil zu dem was er selber in der Bild Zeitung einige Monate davor gesagt hatte. Fühlen sie sich in Deutschland akzeptiert? </strong></p>
<p>Ja, absolut. Ich bin eine deutsche Staatsangehörige. Ich habe zwei Heimaten: die Türkei und Deutschland und besitze eine transkulturelle Identität. Es ist dieses Land, Deutschland, das mir den Personenschutz zur Verfügung stellt. Es ist dieses Land, Deutschland, dass mir keine Probleme macht, dass ich solch eine Moschee eröffne.</p>
<p>Insofern, bin ich stolz und glücklich in Deutschland zu sein und das der Rechststaat hier funktioniert, noch, und die Demokratie [funktioniert], und Europäerin zu sein. Deshalb fühle ich mich sehr wohl, noch, hier und ich kämpfe gegen alle Menschen die versuchen dieses Friedensprojekt Europa zu zerstören. Egal ob es von links, von rechts oder von Islamisten kommt.</p>
<blockquote>
<h4><em><span style="color: #008000;">„Ich kämpfe gegen alle Menschen die versuchen dieses Friedensprojekt Europa zu zerstören. Egal ob es von links, von rechts oder von Islamisten kommt“</span></em></h4>
</blockquote>
<p><strong>Was würden sie gerne zu den Standpunkten der AfD antworten die dafür stehen „Islam gehört nicht zu Deutschland“ oder „Islamisierung stoppen“ oder „Islamfreie Schulen“?</strong></p>
<p>Wir müssen Extremismus stoppen, egal ob er von links, von rechts oder ob er vom politischen Islam kommt, und da gehört die AfD dazu. Die AfD ist eine riesengrosse Enttäuschung für sehr viele Wähler, auch für ihre Mitglieder. Man hat tatsächlich gedacht, dass sie versuchen werden das Thema der Migration auf eine vernünftige Ebene zu bringen, aber inzwischen ist das ein Hort von Rechtsradikalen und die Menschen die für diese Partei vorne an der Front stehen, stehen nicht unbedingt als Sympathieträger dort.</p>
<p>Sie sind in ihrer ganzen Erscheinung auch sehr menschenverachtend und bringen vielleicht Inhalte die politisch eventuell sogar diskutierbar wären nicht akzeptabel rüber. Und die Thematik mit der Migration und dem Islam haben sie am Ende, leider Gottes, so weit gebracht, dass sie es nur als Wahlkampfthema benutzen, sehr populistisch und menschenverachtend. Da tuen sie sich kein Gefallen, da werden sie einfach als rechte und Nazipartei bezeichnet werden.</p>
<blockquote>
<h4><em><span style="color: #008000;">„Selbstverständlich gehört auch ein konservativer Islam zu Deutschland. Wir sagen nie, dass wir den abschaffen wollen. Der politische Islam gehört nicht zu Deutschland. Es ist nicht in Ordnung, wenn Qatar, die Türkei und die Muslimbrüder hier eine Bildungsoffensive betreiben“</span> </em></h4>
</blockquote>
<p><strong>Gehört, ihrer Ansicht nach, auch der konservative Islam zu Deutschland?</strong></p>
<p>Selbstverständlich gehört auch ein konservativer Islam zu Deutschland. Wir sagen nie, dass wir den abschaffen wollen, sondern wir wollen nur gesehen werden als ein Teil des Islam[s] in der ganzen Welt. Der Islam ist extrem plural, viel pluraler vielleicht als in der christlichen Kirche, weil wir diese Institutionalisierung nicht haben, und wir haben von Marokko bis Indonesien unglaublich viele Ausrichtungen wie der Islam praktiziert und gelebt wird.</p>
<p>Der politische Islam gehört nicht zu Deutschland. Es ist nicht in Ordnung, wenn Qatar, die Türkei und die Muslimbrüder hier eine Bildungsoffensive betreiben und einen unmündigen Islam verbreiten und lehren.</p>
<p><strong>Stehen sie dann auch für „Islamfreie Schulen“, zum Beispiel?</strong></p>
<p>Ich stehe für Schulen in denen Religion und Ethik gemeinsam unterrichtet wird. Deshalb bin ich sehr für ein Gemeinschaftsunterricht, wo unsere Kinder vielleicht unter dem Dach oder dem Titel „Humanismus“ alle religiösen und Weltanschaungen lernen die es gibt, die Menschen dazu führen eine gewisse Haltung zu haben.</p>
<p><strong>Das passiert schon teilweise, davon abhängend in welcher Jahrgangstufe man ist.</strong></p>
<p>Es passiert nicht konsequent und nicht in jedem Bundesland. Wir haben das hier in Berlin, und ich wünschte mir das in einer stärkeren Ausrichtung, denn wir haben, meine Ansicht nach, 2019 nun festgestellt, dass das Thema der Religion und der Weltanschaung ein wichtiges Thema ist für unsere Kinder, für unsere Gesellschaft.</p>
<p>Ich bin dafür, dass Menschen erzogen werden, die mit 18 freiwillig entschliessen, mit einer entsprechenden Auseinandersetzung, an welchem Gott sie glauben wollen oder ob sie überhaupt an einem Gott glauben wollen.</p>
<blockquote>
<h4><em><span style="color: #008000;">„Den etablierten Parteien kann ich nur sagen: sie sollen aufhören sich nur mit dem Rechtspopulismus zu beschäftigen und immer nur mit dem Finger auf die zu zeigen, dass sie unser Europa zerstören, sondern in den Spiegel gucken und dann an die eigene Nase fassen, was sie alles falsch gemacht haben“ </span></em></h4>
</blockquote>
<p><strong>Islam und Migration sind zwei Themen die in Europa in Verbindung gesetzt werden -egal ob man über deutsche Muslime, zum Beispiel redet, oder von Ausländern- und die vielen Wählern beunruhigen.</strong></p>
<p>Zurückblickend und auch jetzt aktuell, kann ich den etablierten Parteien nur sagen: sie sollen aufhören sich nur mit den rechten und dem Rechtspopulismus zu beschäftigen und immer nur mit dem Finger auf die zu zeigen, dass sie unser Europa zerstören, sondern in den Spiegel gucken und dann an die eigene Nase fassen, was sie alles falsch gemacht haben, in den letzten 20, 30 Jahren, dass wir nach wie vor diese Thematik und Diskussion über Migration und Islam haben. Sie sind für mich die Hauptverantwortlichen.</p>
<p>(&#8230;) Für mich ist das Problem an den etablierten Parteien zu suchen, weil sie einfach weggeguckt haben und ignoriert haben, und gemeint haben sie sind tolerant, dabei die ganze Zeit aber ignorant gewesen. Der Islam hätte schon längst eine andere Stufe der Integration und Akzeptanz in Deutschland erlebt, wenn sie sich damit vernünftig beschäftigt hätten und es nicht den radikalen in die Hände gegeben hätten. Die ganzen extremkonservativen und orthodoxen Verbände haben dazu geführt, dass es ein Islambild gibt, welches von vielen Europäern abgelehnt wird.</p>
<p>Und wir, als liberale, haben genau damit zu kämpfen. Wir waren nicht sichtbar, wir wurden gar nicht von der etablierten Politik gesehen (&#8230;)</p>
<blockquote>
<h4><em><span style="color: #008000;">„Liberale Muslime haben Angst ihre Art des Islams auch nach aussen hin zu erzählen oder Haltung dazu zu behalten. Lieber behalten sie dass heimlich“.</span></em></h4>
</blockquote>
<p><strong>Denken sie Ihre Sicht des Islams ist die einer Minderheit oder die einer Mehrheit in Europa?</strong></p>
<p>Die ist ganz sicher nicht die einer Minderheit. Die aktuell existierenden angeblich grossen Verbände repräsentieren maximal 15% der Muslim beispielsweise in Deutschland oder Europa. Alle andere haben Angst.</p>
<p>Liberale Muslime haben Angst ihre Art des Islams auch nach aussen hin zu erzählen oder Haltung dazu zu behalten. Lieber behalten sie dass heimlich.</p>
<div id="attachment_4068" style="width: 1034px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-4068" loading="lazy" class="wp-image-4068 size-large" src="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Fenster-1024x681.jpg" alt="" width="1024" height="681" srcset="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Fenster-1024x681.jpg 1024w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Fenster-300x200.jpg 300w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/Berlin-Moschee-Fenster-768x511.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-4068" class="wp-caption-text">Detail der Fenster in der Ibn Rushd-Goethe Moschee. © Salam Plan</p></div>
<h4 style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><em>&gt;&gt;&gt; Folgen Sie Salam Plan &#8211; &#8222;Journalismus gegen Hass&#8220; auf <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://twitter.com/SalamPlan">Twitter</a></span> und <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://www.facebook.com/SalamPlanCommunity">Facebook</a></span> &lt;&lt;&lt;</em></span></h4>
<p>La entrada <a rel="nofollow" href="https://salamplan.com/de/islamfeindlichkeit/die-imamin-die-eine-moschee-in-berlin-gruendete-und-unter-morddrohungen-lebt-seyran-ates-ibn-rushd-goethe/20190527">Die Imamin die eine Moschee in Berlin gründete und unter Morddrohungen lebt</a> se publicó primero en <a rel="nofollow" href="https://salamplan.com/de">Salam  Plan</a>.</p>
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		<title>Drei Religionen, eine Gemeinde (auch offen für Atheisten): das ist die nächste Revolution in Berlin</title>
		<link>https://salamplan.com/de/wie-du/drei-religionen-eine-gemeinde-auch-offen-fuer-atheisten-das-ist-die-naechste-revolution-in-berlin-house-of-one/20190518</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Maria Torrens]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 May 2019 07:57:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wie Du]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Berlín]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kristin Bohner ist eine christliche Person und gibt zu etwas neidisch darauf zu sein, wenn sie sieht, dass Muslime auf einem Teppich beten, ohne eine Bank zu brauchen. Cagatay Caliskan ist Muslim und bewundert den Reichtum an Traditionen, die Juden haben. Esther Hirsch ist Jüdin und erkennt an, dass sie nicht alles wusste, was Juden und Muslime gemeinsam hatten. Auch Christen kannte sie nicht so gut wie sie dachte. Alle drei leben in Berlin. Sie sind Teil des Teams, das an der Errichtung eines einmaligen interreligiösen Tempel arbeitet. Dort werden die drei Religionen und alle anderen, die daran teilnehmen möchten, Platz haben. Atheisten oder Agnostiker wird man auch willkommen heißen. Die Türen von „House of One“ stehen jedem offen. &#62;&#62;&#62;...</p>
<p>La entrada <a rel="nofollow" href="https://salamplan.com/de/wie-du/drei-religionen-eine-gemeinde-auch-offen-fuer-atheisten-das-ist-die-naechste-revolution-in-berlin-house-of-one/20190518">Drei Religionen, eine Gemeinde (auch offen für Atheisten): das ist die nächste Revolution in Berlin</a> se publicó primero en <a rel="nofollow" href="https://salamplan.com/de">Salam  Plan</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kristin Bohner</strong> ist eine christliche Person und gibt zu etwas neidisch darauf zu sein, wenn sie sieht, dass Muslime auf einem Teppich beten, ohne eine Bank zu brauchen. <strong>Cagatay Caliskan</strong> ist Muslim und bewundert den Reichtum an Traditionen, die Juden haben. <strong>Esther Hirsch</strong> ist Jüdin und erkennt an, dass sie nicht alles wusste, was Juden und Muslime gemeinsam hatten. Auch Christen kannte sie nicht so gut wie sie dachte.</p>
<p>Alle drei leben in Berlin. Sie sind Teil des Teams, das an der Errichtung eines einmaligen interreligiösen <em>Tempel</em> arbeitet. Dort werden die drei Religionen und alle anderen, die daran teilnehmen möchten, Platz haben. Atheisten oder Agnostiker wird man auch willkommen heißen. Die Türen von „<strong>House of One</strong>“ stehen jedem offen.<span id="more-4045"></span></p>
<h4 style="text-align: center;"><em><span style="color: #008000;">&gt;&gt;&gt; Folgen Sie Salam Plan &#8211; &#8222;Journalismus gegen Hass&#8220; auf <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://twitter.com/SalamPlan">Twitter</a> </span>und <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://www.facebook.com/SalamPlanCommunity">Facebook</a> </span>&lt;&lt;&lt;</span></em></h4>
<p>„Jedes Mal, wenn ich in der Kirche bin, denke ich: ‚Ich möcht‘ wieder in die Moschee‘, weil ich Kirchenbänke gar nicht mag. Ich finde es einfach total schön, auf einem Teppich zu sitzen oder auch zu liegen. Ich bin auch schon in Moscheen gegangen und hab‘ mich einfach ausgeruht, und in der Kirche finde ich, dass ist oft kalt“, erklärt Bohner, aus dem Team <strong>Pädagogik und Bildung</strong> der House of One Foundation.</p>
<p>Ihr Teamkollege Caliskan erzählt: „Ich beschäftige mich jetzt ein bisschen als Laie mit dem Unterschied zwischen jüdischen Strömungen und Traditionen, und je mehr man da gräbt, desto mehr kommt da raus. Ich werde für mich eine Skizze herstellen lassen, damit ich da ein Überblick gewinne, aber dieser Reichtum an Traditionen, der überwältigt mich einfach“.</p>
<blockquote>
<h4><span style="color: #008000;"><em>&#8222;Natürlich ist es eine andere Religion und eine andere Tradition, aber ich verstehe es sehr gut und fühle mich sehr nah&#8220;</em> </span></h4>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #008000;">&#8212; Esther Hirsch</span></p>
</blockquote>
<p>Hirsch, eine der <strong>Theologen</strong> verantwortlich für das Projekt, gibt zu: „Ich finde sehr, sehr viel vom Judentum im Islam wieder, von den Gedanken, von der Art der Gebete… Natürlich ist es eine andere Religion und eine andere Tradition, aber ich kann es sehr gut nachvollziehen und es ist mir sehr nahe“. Sie fügt hinzu: „Und über bei den Christen war ich überrascht, weil ich dachte, ich kenne sie sehr gut, weil ich hier in Deutschland lebe und es gibt mehr Christen als alle anderen. Aber auch sie habe ich erst durch das Gespräch mit anderen erst richtig kennengelernt (&#8230;). Und ich finde es sehr schön, die Art wie eine Gemeinschaft gestaltet wird (&#8230;), dass es sehr viel darum geht so viel zusammen zu unternehmen; (&#8230;) gar nicht so sehr um das Theologische&#8220;.</p>
<div id="attachment_4047" style="width: 1034px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-4047" loading="lazy" class="wp-image-4047 size-large" src="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-Baustelle-Plakat-0-2-1024x681.jpg" alt="" width="1024" height="681" srcset="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-Baustelle-Plakat-0-2-1024x681.jpg 1024w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-Baustelle-Plakat-0-2-300x200.jpg 300w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-Baustelle-Plakat-0-2-768x511.jpg 768w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-Baustelle-Plakat-0-2.jpg 1733w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-4047" class="wp-caption-text">Der Grundstein für House of One wird im April 2020 auf dem Petriplatz in Berlin gelegt. © Salam Plan</p></div>
<h2><span style="color: #008000;">Eine Synagoge, eine Moschee und eine Kirche unter einem Dach</span></h2>
<p>Im House of One wird es eine Synagoge, eine Moschee und eine Kirche unter einem Dach geben, allerdings in verschiedenen Räumen. Sie werden durch einen zentralen Saal verbunden sein, für gemeinsame Feiern, Gebete, Ausstellungen, Konzerte und -vor allem- um <strong>Ideen auszutauschen und sich besser kennenzulernen</strong>. Es wird auch Platz für ein Café, eine Bibliothek, Konferenzräume &#8230; geben.</p>
<p>Ein <strong>42 Meter hoher Turm</strong> wird den Besuchern -trotz seiner diskreten Höhe- ermöglichen einen Panoramablick auf die Berliner Innenstadt zu haben. Und wenn sich die Pläne nicht ändern, werden sie sogar jeden Tempel von oben aus betrachten können, da die Decken so verglast werden, dass das natürliche Licht die Räume von dort aus vollständig ausleuchten wird.</p>
<p>„<strong>Das Licht</strong> ist etwas was alle drei Religionen verbindet, aber die Sammlung auch, ein Sammlungsraum. Das sich die einzelnen Gemeinden treffen können, aber dass man auch in der Mitte einen Raum der Versammlung hat“, erklärt Bohner. „Wichtig ist, dass von aussen nicht erkennbar ist ‚ ‚ist das eine Moschee? , eine Kirche? oder eine Synagoge?‘, und man sich auf das Wesentliche konzentrieren kann: dem Anderen Wege zu öffnen“, fügt Caliskan hinzu. Ein weiterer wichtiger Teil des Architekturaspekts ist, dass jeder sakrale Raum für Besucher anderer Glauben oder auch jene ohne Glaube offen steht, sagt Hirsch.</p>
<blockquote>
<h4 style="text-align: left;"><span style="color: #008000;"><em>„Wichtig ist, dass von aussen nicht erkennbar ist ‚ ‚ist das eine Moschee? , eine Kirche? oder eine Synagoge?‘, und man sich auf das Wesentliche konzentrieren kann: dem Anderen Wege zu öffnen“</em></span></h4>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #008000;">&#8212; Cagatay Caliskan</span></p>
</blockquote>
<p>Das Projekt wird <strong>bis ins kleinste Detail</strong> des Gebäudes geplant. Innerhalb jeder der erwähnten Religionen gibt es unterschiedliche Strömungen oder Denkrichtungen, und es darf nichts ungelöst bleiben, damit sich jeder im House of One wie zu Hause fühlen kann.</p>
<p>So muss beispielsweise der <em>Mizbeaj</em> (Altar) der Synagoge beweglich sein, da er für Juden in dem einen oder einen anderen Ort des Raumes sein soll, je nach dem zu welchen Zweig des Judentums sie gehören. In einigen Fällen feiern sie das Gebet mit dem Altar in der Mitte; bei anderen brauchen sie weiter vorne, in der Nähe von der Wand&#8230; Ein anderes Beispiel findet man auch bei Juden und Muslimen: in beiden Fällen bevorzugen manche das Gebet ohne Trennung zwischen den Geschlechtern und andere brauchen getrennte Stockwerke. Bei den Christen, meiden die Protestanten religiöse Bilder und Dekoration in den Kirchen, während Katholiken es bevorzugen, ihren Glauben davon begleitet zu feiern.</p>
<p>Es gibt so viele Details zu bedenken, dass <strong>immer wieder neue Ideen oder Verbesserungen auftauchen</strong>. Tatsächlich wurde erst kürzlich entschieden, dass das Gebäude keine Seitenfenster haben würde, wie man am Plakat der Baustelle noch erkennen kann, sondern dass das gesamte natürliche Licht von oben einfallen würde. Die letzte architektonische Änderung war ein unabhängiger Zugang für das Frauengebet in die Moschee, da es Menschen innerhalb der muslimischen Gemeinschaft, gibt denen es so lieber ist, erklärt Caliskan.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_4048" style="width: 1034px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-4048" loading="lazy" class="wp-image-4048 size-large" src="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-collage-2-1024x512.jpg" alt="" width="1024" height="512" srcset="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-collage-2-1024x512.jpg 1024w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-collage-2-300x150.jpg 300w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-collage-2-768x384.jpg 768w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-collage-2.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-4048" class="wp-caption-text">So wird House of One von innen aussehen. © KuehnMalvezzi</p></div>
<h2><span style="color: #008000;">Jeder soll sich wohl fühlen, jede Option wird respektiert</span></h2>
<p>Jede Option wird respektiert. Und es ist nicht leicht, das in einem Gebäude zu reflektieren. Das <strong>KuehnMalvezzi Studio</strong>, das die Ausschreibung für den Bau gewonnen hat, arbeitet Hand in Hand mit Vertretern der <strong>interreligiösen Stiftung</strong>, damit ihnen nichts entgeht. Und sie haben keine andere Wahl, als das Gebäude häufig neu zu planen oder Aspekte hinzuzufügen, die zuvor nicht berücksichtigt wurden.</p>
<p><strong>Der Grundstein wird erst im April 2020</strong> gelegt, aber das Baugrundstück wurde bereits vor mehr als zehn Jahren vom Land Berlin zur Verfügung gestellt. Es ist nicht nur einer der vielen Grundstücke, die im Herzen der Stadt frei bleiben, die sich architektonisch immer noch von der Nachkriegszeit und dem Mauerfall erholt.</p>
<p>Jetzt können Sie auf dem <strong>Petriplatz, ganz in der Nähe des Fernsehturms</strong> der Stadt, die Fundamente einer von der <strong>DDR</strong> zerstörten Kirche sehen, auf denen das kommunistische Regime einen Parkplatz errichtete. Die kleine Ruine, die unter der Erde versteckt war, gehört zum x-ten Wiederaufbau der ersten Kirche, die <strong>in den historischen Dokumenten Berlins</strong> zum Zeitpunkt der Geburt der Stadt im Mittelalter auftauchte. Als die Landverwaltung diese Fundamente fand, fragte sie die nahe liegende Sankt Marin-Sankt Petri Gemeinde, was sie mit diesem Ort anfangen wolle, da er in der Vergangenheit doch der Kirche gehört hatte.</p>
<blockquote>
<h4><em><span style="color: #008000;">„Eigentlich haben wir genug Kirchen. Wir wollen etwas Neues machen. Die soziale Struktur Berlins hat sich stark verändert: Wir müssen andere Religionen einbeziehen“</span></em></h4>
</blockquote>
<p>„Wir haben eigentlich genug Kirchen. Wir wollen etwas neues machen. Wir haben inzwischen ein ganz anderes Bild in Berlin, eine ganz andere Bevölkerungsstruktur: wir müssen die anderen Religionen miteinbeziehen“, antworteten sie. Und sie suchten nach Partnern, ohne genau zu wissen, was sie überhaupt mit diesem Stück Land anfangen sollten. <strong>Es waren nicht die großen Institutionen, sondern kleine Pfarreien oder Bewegungen</strong>, die zusammenkamen und ein Projekt des friedlichen Zusammenlebens entwickelten, das nun im Gange ist. Die Ruinen der letzten Kirche die hier erbaut wurde, werden auch für alle im House of One sichtbar bleiben.</p>
<div id="attachment_4049" style="width: 1034px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-4049" loading="lazy" class="wp-image-4049 size-large" src="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-ruina-Fernsehturm-2-1024x681.jpg" alt="" width="1024" height="681" srcset="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-ruina-Fernsehturm-2-1024x681.jpg 1024w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-ruina-Fernsehturm-2-300x200.jpg 300w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-ruina-Fernsehturm-2-768x511.jpg 768w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-ruina-Fernsehturm-2.jpg 1733w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-4049" class="wp-caption-text">Reste der letzten Kirche die auf dem Petriplatz erbaut wurde, mit dem Fernsehturm im Hintergrund. © Salam Plan</p></div>
<h2><span style="color: #008000;">Antisemitismus ist um 20% gestiegen</span></h2>
<p>Das Bundesministerium des Innern hat in dieser Woche die <a href="https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/pressemitteilungen/DE/2019/05/pmk-2018.html"><span style="color: #0000ff;">Zahlen der politisch motivierten Kriminalität</span></a> veröffentlicht. Sie umfassen Hassstraftaten, unter denen <strong>antisemitische Fälle </strong>um fast 20% gestiegen sind: 1.800 in 2018. <strong>Islamfeindlichkeit</strong> ging leicht zurück, von 1.075 Straftaten im Jahr 2017 auf 910 im vergangennen Jahr. Auch <strong>Christen</strong> in Deutschland wurden wegen ihres Glaubens angegriffen, wenn auch zu einem viel geringeren Anteil: 121 Straftaten wurden 2018 und 129 im Vorjahr registriert. Diese beiden letzten Arten von Hasskriminalität werden erst seit 2017 gemessen.</p>
<p>Wurde das Team des House of One für ihr Projekt bedroht? Sie haben keine außergewöhnliche Drohungen erfahren, hauptsächlich einige Kommentare auf ihrer Facebookseite, sagt Caliskan. Seine Kollegin Esther Hirsch erklärt, dass die meisten Hassbotschaften dadurch motiviert sind, weil der muslimische Partner des Projektes das Forum Dialog ist, welches zur <strong>Hizmet-Bewegung</strong> gehört, die besser unter dem Namen ihres Leiters, <strong>Fetthullah Gülen</strong>, bekannt ist.</p>
<p>Seit dem Putschversuch gegen <strong>Erdogan</strong> in der Türkei im Jahr 2016 hat seine Regierung eine alle türkischen Bürger verfolgt, die der Bewegung angehören oder Sympathisanten von Gülen sind, da er sie für den Versuch verantwortlich hält und sie für Terroristen hält. Diese Anschuldigungen, die nur in wenigen Fällen vor Gericht gebracht wurden, bedeuteten in Wirklichkeit die Entlassung von Tausenden von Richtern, Anwälten, Professoren und anderen Fachleuten von ihren öffentlichen Ämtern. Die <strong>Türkei</strong> gibt zu, 15.000 Menschen gekündigt zu haben, während <strong>Amnesty International</strong> 130.000 Menschen gezählt hat, aufgrund ihrer Aufforderung zur Rückkehr an ihren Arbeitsplatz, so die Nachrichtenagentur Europa Press.</p>
<p>House of One hält sich von dem fern, was es als <strong>„politisches Problem“</strong> definiert. Andererseits begann das Projekt lange vor dem gescheiterten Putsch. Derzeit ist es die einzige größere Kontroverse, die sie begleitet, und sie glauben nicht, dass ihre interreligiöse Gemeinde in der Mehrheit der Bevölkerung Ablehnung hervorruft. Ihrer Ansicht nach, je offener sie über das Projekt sind, desto besser wird es aufgenommen werden.</p>
<div id="attachment_4050" style="width: 1034px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-4050" loading="lazy" class="wp-image-4050 size-large" src="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-3-Baustelle-2-1024x681.jpg" alt="" width="1024" height="681" srcset="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-3-Baustelle-2-1024x681.jpg 1024w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-3-Baustelle-2-300x200.jpg 300w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-3-Baustelle-2-768x511.jpg 768w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-3-Baustelle-2.jpg 1733w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-4050" class="wp-caption-text">Die drei Sprecher der drei Religionen vor dem Baugrundstück des House of One. © Salam Plan</p></div>
<h2><span style="color: #008000;">Finanziert durch Crowdfunding und Subventionen</span></h2>
<p>Derzeit haben sie fast <strong>10 Millionen Euro nur durch private Spender</strong> aus der ganzen Welt gesammelt &#8211; „wirklich“, unterstreicht Hirsch, ohne große Spenden von Institutionen oder Organisationen entgegenzunehmen. Diese wurden abgelehnt, um die Neutralität des Projektes zu bewahren.</p>
<p>Weitere 10 Millionen wurden vom <strong>Land Berlin</strong> bereitgestellt und andere 10 vom <strong>Staat</strong>. Noch 10 Millionen mehr brauchen sie, um den Bau vervollständigen zu können und sie erwarten dieses Geld von weiteren kleinen Spenden zu erhalten.</p>
<p>Während sie sich auf die Grundsteinlegung mit einem Countdown auf ihrer <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://house-of-one.org/de">Website</a> </span>freuen, fördern sie ihre Arbeit für ein friedliches Zusammenleben bereits von einem nahe gelegenen Hauptsitz und einem zusätzlichen Büro aus. Unter anderem, bekommen sie Schülerbesuche oder organisieren gemeinsame Feiern; das nächstgeplante offene Treffen ist eine Friedensandacht für die <strong>„Freiheit des Glaubens“, so wie es im Artikel 4 des deutschen Grundgesetzes lautet</strong>, das jetzt 70 Jahre alt ist. Es wird nächsten Dienstag, den 21. Mai, um 17 Uhr stattfinden (für weitere Informationen klicken Sie <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://house-of-one.org/de/veranstaltung/freiheit-des-glaubens">hier</a></span>). Dieses Mal wird es in einer Kirche sein, aber die Veranstaltungen variieren ihren Ort im Moment, so dass sie manchmal in einer Bibliothek, in einer Moschee oder an einem anderen Platz stattfinden, den sie zur Verfügung finden können.</p>
<p>House of One ist kein Projekt für Berlin, auch nicht für die Deutschen. <strong>Es ist ein Projekt für Menschen aus der ganzen Welt.</strong> Und sicher werden nicht nur die Berliner neugierig darauf sein, sondern auch die wachsende Zahl der Touristen, die die deutsche Hauptstadt jedes Jahr besuchen. 2018 brachen sie mit <strong>13,5 Millionen Besuchern</strong> ihren Rekord.</p>
<p>Wer sich schon den Petriplatz ansehen möchte, kann vorerst die Fundamente der zerstörten Kirche beobachten. Aber in ein paar Jahren &#8211; sie wagen es nicht, eine bestimmte Zahl festzulegen &#8211; wird eine anspruchsvolle interreligiöse Gemeinde die <em>Skyline</em> von Berlins Stadtzentrum verändern.</p>
<h4 style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><em>&gt;&gt;&gt; Verpassen Sie nicht ein anderes Projekt, das Berlin revolutioniert: eine Moschee, die von einer Imamin geführt wird, die unter Morddrohungen lebt. Folgen Sie Salam Plan &#8211; &#8222;Journalismus gegen Hass&#8220; auf <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://twitter.com/SalamPlan">Twitter</a> </span>und <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://www.facebook.com/SalamPlanCommunity">Facebook</a></span>, um auf dem Laufenden zu bleiben &lt;&lt;&lt;</em></span></h4>
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			</item>
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		<title>Der syrische Flüchtling mit Merkel-Selfie: „Man muss mehr die Grenzen kontrollieren&#8220;</title>
		<link>https://salamplan.com/de/fluechtlinge/der-syrische-fluechtling-mit-merkel-selfie-man-muss-mehr-die-grenzen-kontrollieren/20171001</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Maria Torrens]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Oct 2017 10:37:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
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		<category><![CDATA[Alternative für Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Amnesty International]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Anas Modamani ist traurig über das gute Ergebnis von der AfD in der Bundestagswahl, aber er fühlt sich nicht beängstigt. Andererseits bittet er um Wachsamkeit gegenüber einigen Asylsuchenden, die seiner Meinung nach die Flüchtlingskrise ungerecht ausnutzen. An der Wand seines Raumes in Berlin hat Modamani das Selfie aufgehängt, das er mit Angela Merkel kurz nach seiner Ankunft in Deutschland im August 2015 gemacht hat. Die Begegnung mit der Kanzlerin war für ihn „eine ganz grosse Erfahrung&#8220;, wie im Telefongespräch Salamplan.com erzählt. Damals war er 18 Jahre alt und war dem Krieg in Syrien entflohen. Er hatte noch in seiner Heimatstadt von Darayya (ein Vorort von Damaskus) sein Abitur abgeschlossen und hätte dort gerne an der Universität studiert. Aber der Weg...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Anas Modamani ist traurig über das gute Ergebnis von der AfD in der Bundestagswahl, aber er fühlt sich nicht beängstigt. Andererseits bittet er um Wachsamkeit gegenüber einigen Asylsuchenden, die seiner Meinung nach die Flüchtlingskrise ungerecht ausnutzen.</strong><span id="more-171"></span></p>
<p>An der Wand seines Raumes in Berlin hat Modamani das Selfie aufgehängt, das er mit <strong>Angela Merkel</strong> kurz nach seiner Ankunft in Deutschland im August 2015 gemacht hat. Die Begegnung mit der Kanzlerin war für ihn „eine ganz grosse Erfahrung&#8220;, wie im Telefongespräch Salamplan.com erzählt. Damals war er 18 Jahre alt und war dem Krieg in Syrien entflohen. Er hatte noch in seiner Heimatstadt von Darayya (ein Vorort von <strong>Damaskus</strong>) sein Abitur abgeschlossen und hätte dort gerne an der Universität studiert. Aber der Weg dorthin war lang und gefährlich, behauptet er. Als das Haus, in dem er mit seinen Eltern und Geschwistern wohnte, durch die Bombenanschläge zum Schutt verurteilt wurde, entschied er sich dafür zu fliehen.</p>
<p>Er kam nach einem kurzen Aufenthalt in der Türkei in Deutschland an, nicht ohne davor sein Leben in der Ägäis riskiert zu haben und die sogenannte „Balkanroute&#8220; zusammen mit vielen anderen Asylsuchenden überwunden zu haben. Aber das Selfie mit Frau Merkel spielte ihm einen schlechten und unerwarteten Streich: einige Leute benutzten das Bild um zu behaupten, dass er ein Terrorist war. Heute ist klar, dass es einfach nur Fake News waren und Modamani brachte <strong>Facebook</strong> sogar vor Gericht, weil er das Unternehmen für die Verbreitung der falschen Information für verantwortlich hielt. Er verlor den Fall im März dieses Jahres, obwohl zwei Monate davor &#8211; und nur ein paar Tage nachdem es bekannt wurde, dass der Flüchtling Facebook verklagen hatte- versprach Mark Zuckerbergs Firma, gegen falsche Nachrichten in Deutschland zu kämpfen.</p>
<blockquote><p><em><span style="color: #008000;">Es ist sehr, sehr Schade, dass die AfD schon im Bundestag (vertreten) ist, mit 13%. Aber Angst habe ich nicht</span></em></p></blockquote>
<p>Modamani erwartete nicht, dass <strong>Alternative für Deutschland</strong> „so viele“ Sitze (94 von 709) im Parlament mit 13% der Stimmen erhalten würde. Trotz der schlechten Erfahrungen mit Bedrohungen in seinem Facebook-Konto fühlte er sich in Deutschland willkommen, auch jetzt. „Na ja, das ist sehr, sehr Schade, dass sie schon im Bundestag sind, mit 13%. Das ist schon ganz viel. Ich fühle mich ganz schlecht. Ich hab‘ nie gedacht, dass AfD schon ganz viel (Unterstützung) hat“, gesteht er mit einer guten Aussprache am Telefon. Hat er Angst? „Angst, also&#8230; eigentlich nein“. Er erklärt, dass er sich sehr gut integriert fühlt, als Kassierer in einem McDonalds arbeitet und sich an der Humboldt Universität angemeldet hat, um sein Informatikstudium nächsten Wintersemester anzufangen. „Ich habe viele Freundschaften in Berlin angebaut: ganz, ganz viele Araber (die in Deutschland geboren wurden aber von Irak, Jordan&#8230; stammen), mit Deutschen, bei meinem Arbeitgeber auch&#8230;“</p>
<p>Die AfD betonte während ihrer Kampagne, dass die deutsche Sprache der Schlüssel wäre, um die nationale Identität zu versichern; allein im Jahre 2015 kamen mehr als eine Million Asylsuchende nach offiziellen Angaben der deutschen Behörden im Land an. Modamani, der jetzt 20 Jahre alt ist, interessiert sich dafür sich zu integrieren und hat bereits das Niveau B2 der deutschen Sprache erreicht. Dies bedeutet, dass er mit den Muttersprachlern ohne große Schwierigkeiten ein Gespräch führen kann, so die Definition des <strong>Goethe Instituts</strong>. In dieser Woche verzögerte er das Interview mit Salamplan.com, weil er für einen Leveltest lernen musste, um sich für ein Stipendium zu bewerben. In diesem Interview fällt sein reicher Wortschatz auf, was einige grammatikalische Fehler im Hintergrund lässt.</p>
<blockquote><p><em><span style="color: #008000;">Natürlich gibt es viele extremistische Leute, wie Daesh (ISIS), aber wenn du ein Muslim in deinem Herzen bist, stellst du keine Probleme</span></em></p></blockquote>
<p>Sätze wie „Islam passt nicht zu unserer Küche“ oder „Burkas? Wir steh’n auf Bikinis“ auf den Plakaten der AfD wollten während der Wahlkampagne zeigen, dass Islam und Demokratie nicht zusammen passen. Damit ist Modamani auf keinen Fall einverstanden und betont er habe wegen seines Glaubens als Muslim in Deutschland kein Problem bekommen. „Es gibt natürlich sehr viele extremistische Leute, wie <strong>Daesh</strong> (der sogennante „Islamischer Staat“), aber wenn man Muslim zu Hause, im Gedanken, im Herzen ist, muss man das nicht allen zeigen, also macht es keine Probleme, kein Stress. Das Wort <strong>Islam</strong> heisst Frieden, und ich habe auch den <strong>Q’ran</strong> gelesen: er sagt man muss immer friedlich, höflich, nett sein&#8220;, meint der syrische Flüchtling.</p>
<p>Er spricht in keinem Moment mit Groll; er erwähnt im Gegenteil, dass er sich durch diese Vision von Alternative für Deutschland und deren Unterstützer sich „wirklich traurig&#8220; fühlt. „Wegen ganz viele falsche Nachrichten, haben sie jetzt die schlimmsten Bilder des Islams über ganz Deutschland (verbreitet). Das finde ich sehr Schade. Und sie passen Islam mit Terrorismus ein (SIC), aber nein. Diese Terroristen haben vielleicht einen behinderten Kopf, sie sind dumme Leute. Sie sind keine richtige Muslime“.</p>
<blockquote><p><em><span style="color: #008000;">Mein bester Freund Mounir wurde ins Gefängnis in Syrien gebracht. Wir haben seit Langem keine Information und wissen nicht ob er noch am Leben ist</span></em></p></blockquote>
<p>Er erinnert sich daran, dass er vor dem Krieg mit Kindern – egal ob Muslim oder christlich- in seiner Schule von Darayya gespielt hat. Sie gingen oft in den Park, obwohl er damals auch seinem Vater bei der Arbeit half, Motoren zu reparieren. Mit dem Krieg kamen die Bombenanschläge, die nicht nur sein Haus zerstörten, sondern auch drei Onkel von Modamani töteten. „Wir haben keine Waffe genommen, nichts&#8220;, sagt er. Er denkt oft an seinen besten Freund Mounir, der vor langer Zeit ins Gefängnis in Syrien gebracht wurde. „Wir haben seit sehr Langem keine Information (von ihm und wissen nicht) ob lebt oder nicht“, erklärt er über diesen Fall, der an die tausenden von Fällen erinnert über die Amnesty International berichtet hat (<a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-das-foltergefaengnis-von-sednaja-a-1108315.html">Syrische Foltergefängnisse</a>, August 2016, <a href="https://www.amnesty.org/en/press-releases/2017/02/syria-investigation-uncovers-governments-secret-campaign-of-mass-hangings-and-extermination-at-saydnaya-prison/">Massive Erhängen und Vernichtung</a>, Februar 2017).</p>
<div id="attachment_172" style="width: 1034px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-172" loading="lazy" class="wp-image-172 size-large" src="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2017/10/IMG-20170927-WA0010-1024x682.jpg" alt="" width="1024" height="682" srcset="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2017/10/IMG-20170927-WA0010-1024x682.jpg 1024w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2017/10/IMG-20170927-WA0010-300x200.jpg 300w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2017/10/IMG-20170927-WA0010-768x511.jpg 768w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2017/10/IMG-20170927-WA0010.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-172" class="wp-caption-text">Anas Modamani posiert am heutigen Symbol für den Fall der Berliner Mauer. Urheberrecht: A. Modamani</p></div>
<p>In dieser Woche hätten die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union nach einer zweijährigen Frist 180.000 Flüchtlinge umsiedeln müssen, aber sie haben nur 25% davon erreicht. Modamani ist der Auffassung, dass die Lösung darin besteht, die Asylanträge in den Zwischenländern zu kontrollieren und dann eine sichere Passage für diejenigen zu schaffen, die eine Genehmigung erhalten.</p>
<p>Gleichzeitig ist er für die Verschärfung der Kontrolle über die deutschen Grenzen, genau wie die AfD will (obwohl die Partei auch vom Aufbau von Zäunen im Schengen-Raum spricht). Nicht nur das. Modamani besteht auch darauf vorsichtig mit einigen Flüchtlingen und Migranten zu sein, die seiner Meinung nach die Flüchtlingskrise ungerecht ausnutzen.</p>
<blockquote><p><em><span style="color: #008000;">Wir Flüchtlinge wollen nur in Frieden leben, wir wollen auch arbeiten. (Aber) man muss die Grenzen in Deutschland mehr kontrollieren</span></em></p></blockquote>
<p>„Mehr Grenzen kontrollieren&#8230; ich bin auch damit. Hier in Berlin gibt es sehr viele Leute die 6 Jahre hier sind und nix machen und bekommen nur Geld von Hartz IV und (vom) Jobcenter. Ich bin dagegen. Arbeit gibt’s in Deutschland, ganz viel Arbeit. Man braucht nicht so viel Erfahrung, man kann sich bewerben, man bekommt die Stelle. Aber sie wollen nicht arbeiten, finde ich“. Er klärt, dass er seit einem Jahr arbeitet und etwa 1.200 Euro im Monat verdient hat, obwohl er auch eine Ergänzung aus dem Staat erhalten hat, als das Gehalt niedriger war.</p>
<p>Dieser Syrer -dem kein Asyl gewährt wurde, sondern einen vorübergehenden Schutz- ist der Meinung, dass eine größere Kontrolle nicht nur für die Sicherheit oder die Sozialhilfe notwendig ist, sondern auch als Instrument zur Bekämpfung von Angst und Hass gegen den Islam in Europa. „Die deutsche Polizei muss wissen woher jeder Mensch kommt, was macht er in Deutschland, hat er Arbeit, gelernt, was macht er jeden Tag&#8230;“.</p>
<blockquote><p><span style="color: #008000;"><em>Ich habe keinen besonderen Traum, (sondern wünsche mir) ein ganz normales Leben: einen Job mit einem besseren Lohn zu finden, um Geld an meine Familie zu schicken, eine große Wohnung, heiraten&#8230;</em></span></p></blockquote>
<p>Gleichzeitig warnt er deutsche Staatsbürger vor falschen Nachrichten im Internet und bittet sie direkt mit Flüchtlingen Kontakt zu halten um die Wahrheit zu kennen. So werden sie entdecken, meint Modamani, dass sie alle „nur in Frieden leben (möchten), wir wollen auch arbeiten“.</p>
<p>Obwohl sich dieser 20-Jährige in seiner Berliner Umgebung integriert fühlt, vermisst er seine Familie sehr: „Ich fühle mich nicht zu Hause hier, immer Ausländer. Ausland bleibt immer Ausland“. Dennoch hat er „überhaupt nicht“ die Absicht, nach Syrien zurückzukehren, wenn der Krieg vorbei ist. „Ich habe hier viel (auf)gebaut: Arbeit, Studium &#8230; und vielleicht wird es dann besser, dann fühle ich mich zu Hause, aber später“. Anas Modamani erzählt, dass er nicht „einen besonderen Traum (hat, sondern sich) ein ganz normales Leben“ erwünscht: einen Job mit einem besseren Lohn zu finden, um Geld an seine Familie zu schicken, eine große Wohnung, heiraten&#8230; Im Moment, ist er aber glücklich, sein Studium in ein paar Monaten zu beginnen und gleichzeitig weiter im McDonald’s zu arbeiten.</p>
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